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#3: Mitmachen!

gerade hier gefunden: die Diplomarbeit einer Innenarchitekturstudentin beschäftigt sich mit einem Möbel, das speziell auf die Bedürfnisse des Nähens zu Hause zugeschnitten sein soll. Ihr könnt die Studentin unterstützen indem ihr ihre Umfrage beantwortet: Nähen in den eigenen vier Wänden. Ich gehe jetzt mal Fragen beantworten.

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#2: MMM ohne MMM

Der Me Made Mittwoch hat bekannter- und verdientermaßen Sommerpause. Schade finde ich es trotzdem. Früher habe ich mich am Mittwoch Abend nicht verabredet, weil ich HBO-Serien gucken wollte. Heute verabrede ich mich am Mittwoch Abend nicht oder nur sehr, sehr ungern, weil ich MMM gucken will. Ich sitze dann genauso schweigsam und unansprechbar auf dem Sofa, als ob das Staffelfinale von Grey’s Anatomy laufen würde. Es ist extrem inspirierend die Kleidungen anderer zu sehen – dabei bin ich nich nicht mal ein extremer Fashion-Gucker. Ich finde shoppen laaaaaangweilig, mir passt sowieso nie etwas und zu viel Geld kostet es meist auch noch. Aber MMM und die Kreationen all der anderen Damen (und leider zu wenigen Männer) zu betrachten macht wahnsinnig viel Spaß, bringt zu Unlust Zeiten den Spaß zurück und viele der Schnitte die ich nähe, habe ich vorher beim MMM entdeckt. Daher ist die Sommerpause für mich ein bisschen wie die Sommerpause im Fernsehen: verständlich aber gefühlt dauert sie ewig. Daher freue ich mich schon sehr, wenn es Ende August wieder los geht.

Für mich ist diese Sommerpause super – ich kann mich schon mal ein bisschen warm bloggen und üben, mich selbst zu fotografieren. Heute morgen der erste Versuch. Mit dem Telefon. Ergebnis: gar nicht zufrieden stellend. Ich werde weiter experimentieren und dazu lernen oder den Mann des Hauses dazu bringen bessere Bilder zu machen. Bis dahin müsst ihr leider schlechte Bilder ertragen.

Heute me made: meine Flamingo-Frau-Emma als Blusenvariante.

Änderungen:

  • Saum um 3 cm verlängert und Gummi eingezogen
  • Blusenärmel von kurz (zu kurz für meine Oberarme :)) auf Ellbogenlänge verlängert, ebenfalls mit Gummizug

Ergebnis:

Flamingos rocken. Frau Emma rockt sowieso immer wieder. Verliebt wie am ersten Tag.

Flamingo-Frau-Emma mit gekaufter Chino und ohne Schuhe. Im Hintergrund Schweine-Poster und Tür. Das mit den Bildern mus ich noch üben.

Flamingo-Frau-Emma mit gekaufter Chino und ohne Schuhe. Im Hintergrund Schweine-Poster und Tür. Das mit den Bildern mus ich noch üben.

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#1: Darum.

Es sprechen etwa eine Million Gründe dagegen, dieses Blog zu starten:

  • ich habe einen Vollzeitjob
  • mein Privatleben ist mehr als gut ausgelastet
  • es wird Zeit, die ich sonst für andere Dinge habe, fressen
  • ich finde meinen Titel noch nicht passend
  • es gibt da draußen so viele (Näh-)Blogs, es ist fraglich, ob ich etwas relevantes beisteuern kann
  • (Näh-)Blogger stehen unter „sie machen sich die Welt wie sie ihnengefällt“-rosa-Zuckerwatte-Verdacht
  • ich schaffe nur drei Beiträge, stelle fest, dass ich hier mit mir selber schreibe und bin frustriert
  • ich bin eine lausige Fotografin

Es sprechen drei Gründe dafür, es zu tun:

  • ich bin Blog-Junkie: ich liebe es, Blogs zu lesen und fahre morgens mit der Bahn statt mit dem Rad zur Arbeit, um zehn Minuten zu haben, auf dem Smartphone alle neuen Posts lesen zu können
  • es hat mir gefehlt
  • ich nähe wieder, weil es Blogs gibt

Mit dem dritten Punkt erschlage ich alle Bedenken: ich habe viele Jahre nicht mehr genäht. Vor zwei Jahren bin ich auf der alten Bernina Record 3000 meiner Mutter wieder angefangen, fünf Monate später zog eine Overlock dazu, seit einem Jahr habe ich ein eigenes Nähzimmer und ich nähe am liebsten für mich, mein Stof- und Schnittlager wachsen schneller, als ich abarbeiten kann. Schätze, ich bin ein Nähnerd.

Alles, was Mama mir nicht beigebracht hat, habe ich mir selbst beigebracht. Oder besser gesagt: haben mir die vielen, vielen, vielen Blogs, Plattformen und Onine-Shops ermöglicht, die es im Netz gibt. Ich habe Fertigkeiten erworben, weil Menschen sich die Mühe gemacht haben, Tutorials zu erstellen. Ich habe die tollsten Schnitte gefunden, weil Blogger sich darüber ausgetauscht haben. Ich kaufe meine Stoffe online, weil ich weiß, wo und wie ich suchen muss. Jetzt möchte ich etwas davon zurück geben. Ich möchte meine Erfahrungen und Erkenntnisse, meine Ergebniss teilen. Nicht, dass ich glauben würde, besonders gut oder ausgefallen zu arbeiten – aber mir macht es Spaß und ich weiß, dass es vielen anderen auch so geht.

Just another sewing Blog?

Mitnichten. Neben dem Nähen beschäftigen mich einige andere Themen. Online-Feminismus. Kind und Karriere. Social Media. Patchwork-Leben. Politikverdrossenheit. Backen. Laufen. Unser weibliches Selbstbild. Und so weiter. Das Nähen ist der thematische Aufhänger, den ich brauchte, dieses Blog einzurichten – mir selbst gebe ich die Freiheit zu entdecken, wohin das Ganze führt. Gerade wegen der vielen Gründe die dagegen sprechen. Und ein bisschen Zuckerwatte im Leben schadet nie.