18

#25: Auf zu neuen Ufern.

Die letzten Wochen waren sehr aufregend für mich. Nicht nur, weil ich aktiv in die #nähnerd-Welt eingetaucht bin und dabei großartige Frauen virtuell wie real kennen lernen durfte. Nicht nur, weil ich seit drei Monaten wieder blogge. Nicht nur, weil Hamburg den schönsten Sommer seit Jahren erlebt hat.

Aufregend war es vor allem, weil seit Kurzem klar ist: ich werde zum 1. Oktober einen neuen Job beginnen. Es ging alles sehr schnell und ich kann mein Glück noch kaum fassen – aber ich freue mich sehr, sehr, sehr darauf, starten zu dürfen. Das größte Glück dabei: ich darf meine Blog-Liebe beruflich ausleben. Ich werde für ein großes deutsches Nachrichtenmagazin daran arbeiten, sich für neue Stimmen, für Blogs, zu öffnen. Ich werde erarbeiten, wie beide Seiten etwas davon haben können und wer was braucht, um sich wohl zu fühlen und Erfolg zu haben. Darauf freue ich mich und bin gespannt, welche neuen Erfahrungen mich erwarten werden.

Ich erzähle euch das hier, weil mir in diesem Zusammenhang wichtig ist, dass ihr das wisst. Ihr sollt wissen, bei wem ihr lest und mit wem ihr sprecht. Beruflich werde ich mich neu und anders mit Blogs auseinandersetzen. Dieses Blog hier ist und bleibt aber meins. Meine Online-Wohnung sozusagen – so wie ich abends nach Hause gehe, gehe ich zum Bloggen hierher. Jetzt aber gehe ich erstmal in eine kurze Pause – ich werde noch einmal kurz durchatmen. Etwas Abstand nach all der Aufregung um dann im Oktober neu und frisch durchzustarten.

5

#24: Me Made Mittwoch

Konzentration. Beim Nähen und beim Bildermachen. Heute ohne Fotograf dafür mit von mir bereits gelobtem McCalls 5591. Faltenröcke hätte ich nie, nie, nie angezogen, würde ich nicht nähen. Spießig fand ich sie, fürchterlich, machen dick und sehen doof aus. Dachte ich. Letzten Winter dann dieses dringende Bedürfnis, das plötzlich da war: ich brauche einen Faltenrock, jetzt. Mehrere Abende Schnittrecherche, Ergebnis: McCalls 5591 in Variante C.

Heute kein Fotograf zur Hand - daher Selfie vorm Spiegel ohne Schuhe

Heute kein Fotograf zur Hand – daher Selfie vorm Spiegel ohne Schuhe

Geplant war, einen Chevron-Stoff zu nutzen. Es stellte sich aber heraus, dass der Fadenlauf und das Muster auf den gekauften drei Metern bis zu 25 cm auseinanaderliefen und es damit unmöglich wurde, einen vernünftigen Muster-Faltenverlauf zu bekommen.

Planänderungen sind ja manchmal gar nicht so schlecht – dieser Stoff ist nämlich eigentlich geeigneter. Ein sehr altes Schätzchen, ich vermute 1960er oder 1970er Jahre. Keine Ahnung, was genau der Stoff sein mag, ich habe ihn geerbt und vermute, dass ziemlich viel Chemie enthalten ist, er fällt aber wundervoll und ließ sich toll vernähen. Ohne Unterkleid geht hier gar nichts – nach drei Schritten krabbelt er die Strumpfhose kontinuierlich hoch, ohne Rücksicht auf Bekleidungsnormen in der Öffentlichkeit.

Von der Seite genauso dunkel und wenig zu erkennen wie von vorn. Aber gut gelaunt.

Von der Seite genauso dunkel und wenig zu erkennen wie von vorn. Aber gut gelaunt.

Kombiniert mit einem Shirt nach einem burda-Standardschnitt irgendwann aus den frühen 2000er Jahren – nicht „Me Made“, aber „Mama Made“. Bevor ich wieder anfing zu nähen hat meine Mutter, gelernte Schneiderin, mir Kleidung genäht – einige Röcke und T-Shirts trage ich nach wie vor sehr gern. Sie kann es einfach.

Dazu ein gekauftes pinkes Jäckchen. Jeden Morgen ärgere ich mich über die Auswahl meiner Strickjacken – zu lang, zu kurz, unpassend. Vielleicht sollte ich noch mal einen Versuch starten, Strickanleitungen verstehen zu lernen? Meiner Erfahrung nach sind burda-Schnittanleitungen schlicht unverständlich, Strickanleitungen sind hingegen die große Schwester von „unverständlich“ – sie sind codiert und irgend jemand hat vergessen, der Welt den Schlüssel zu hinterlassen.

Und zum Schluss: petrolfarbene Strumpfhosen (für alle, die genau wie ich immer an Strumpfhosen verzweifeln: diese ist von „nur die“ und macht den ganzen Tag keine Zicken, kein Rutschen oder Kneifen.)

En detail:

Verwackelt und unscharf - Detailaufnahme an Heizung weil das der einige Ort mit Morgenlicht wäre.

Verwackelt und unscharf – Detailaufnahme an Heizung weil das der einige Ort mit Morgenlicht wäre.

Von hinten - der bunte Reißverschluss ist obligatorisch.

Von hinten – der bunte Reißverschluss ist obligatorisch.

Es hat ganz schön lange gedauert, bis ich verstanden hatte, wie genau die Falten gelegt und genäht werden – drei Mal um die Ecke gedacht und dabei verknotet. Dann aber war ich so begeistert, dass ich gleich eine weitere Variante hinterher nähen musste um das Gelernte zu verfestigen. Der Saum ist liebevollst fluchend per Hand angenäht. Die Mutter brachte mir bei, dass bei einem Faltenrock die inneren Falten etwas höher und die äußeren etwas niedriger eingeschlagen werden und das Ganze dann per Hand fixiert wird – das waren fast anderthalb Stunden Gefummel beim Bügeln und zwei Tatorte, die ich dunkelblaues Garn an dunkelblauen Rock getackert habe – im Winter. Aber so etwas führt dann zu Ergebniszufriedenheit.

Habt ihr Julia schon gesehen? Tolles Kostüm, in dem sie den Me Made Mittwoch heute anführt.

Update: guckt mal hier – noch eine Bloggerin, die ihren ersten Faltenrock trägt und ihn offenbar mag.

12

#23: Ergebniszufriedenheit dringend gesucht.

„Bin ich komisch?“, fragte ich mich neulich, als ich den freien Abend statt hinter der Nähmaschine auf dem Sofa verdaddelte.

Was war passiert? Robson sollte an dem Abend fertig werden – oder nahezu. Ich musste die Ärmel einsetzen und den Gürtel samt Schlaufen erstellen. Alles keine Wunder, alles machbar, wenn auch mit wenig Herzblut verbunden. Ich setzte die Ärmel ein. Zog an, Passte. Glück stieg in mir auf. Meilenstein geschafft und so. Guckte mir die Zeichnung auf dem Schnitt an und dann meinen Ärmel. Da war es vorbei mit mir und dem aufsteigenden Glück: auf der Schnittmusterzeichnung sah der Ärmel deutlich anders aus. Ich betrachtete Schnittmuster, Ärmel, Schnittmuster, Ärmel. Probierte ein bisschen, ging im Kopf die Fehlerquellen durch, suchte nach Ursachen, fragte mich, ob es überhaupt (m)ein Fehler war oder die Zeichnung komisch sein könnte. Befüllte Google mit der Suchphrase „Robson Coat“ . Beruhigte mich: bei anderen konnte ich diese Ansicht auch erahnen.

Dennoch: die Lust war dahin. Dieser Abend war .. heute.

Ich stelle fest, dass ich insgesamt dazu neige, Nähprojekte am Ende richtiggehend beknackt zu finden. So wie die Summe der geleisteten Arbeitsschritte kontinuierlich steigt, zählt auch mein innerer Fehlercounter fleißig mit. Am Ende stehen die geschafften Schritte den gemachten Fehlern und unzufriedenen Stellen gegenüber. Die Bilanz fällt zumeist nicht positiv für mich aus und ich überlege still vor mich hin, wie ich den zu hohen Abnäher beim nächsten Mal weiter runter setzen kann und ob ich so überhaupt auf die Straße gehen will. Dabei gehöre ich zu denen, die gern und mit Muße trennen und ändern, immer in dem Bewusstsein, dass es nur besser werden kann. Hat Paula, meine Nählehrerin, mir mitgegeben. „Trennen ist Näh-Yoga und macht alles besser“, hat sie mir wochenlang eimgeimpft. Trotzdem sind sie da diese vielen, vielen kleinen Fehlerchen, die mir den Spaß verderben und mich nerven. Das nervt mich.

Gibt es Näh-Zufriedenheit? Bzw. Ergebniszufriedenheit? Ist das Jammern auf hohem Niveau oder bin ich gar total bescheuert? Mag es sein, dass meine Nicht-Kenntnisse in vielen Bereichen Erfolg verhindern? Mit diesen Fragen im Kopf gehe ich mal schlafen … das Thema wird hier sicher noch öfter vorkommen, es wurmt mich schon immer. Gute Nacht.

5

#22: Röcke für den Herbst

Neben Kleidern gehören Röcke für mich zur absoluten Basisausstattung meines Kleiderschranks. Letzten Winter habe ich mich durch etliche Rockschnitte gekämpft – zum Glück, denn dabei habe ich einige, für mich passende Grundschnitte erarbeitet und umgesetzt. Trotzdem. Mein Bedarf ist hoch und je besser länger ich nähe, umso lieber trage ich andere, neue, bessere Schnitte.

Mein Kleiderschrank beinhaltet Exemplare nach diesen Mustern:

McCalls 5591

Quelle: Screenshot www.mccallpattern.com

Quelle: Screenshot http://www.mccallpattern.com

In zwei Varianten – V1 dunkelblau, geliebt und getragen. V2 aus Stoff von Stoffmarkt. Beige mit neon-pinken Punkten. Bescheuerte Wahl, weil: unkombinierbar. Der Rock endet wohl als Ausstellungsstück wenn ich es nicht schaffe, passende Schuhe, Strumpfhosen und ein Oberteil dazu zu finden. Ich zeig ihn euch demnächst mal am Bügel.

Angefixt durch Lucys letztjährige Version habe ich mich im letzten Winter ebenfalls zwei Mal mit Modell 119 aus der burdastyle 5/2012 beschäftigt. Der eine wie immer geliebter als der andere. Aber sehr gemütlich und ein toller Begleiter.

Amys und Römös in alles Varianten – Römös und meine Beziehung ist leider ein wenig … erkaltet. Ich werde mal rausfinden, ob ich sie diesen Herbst wieder neu entflammen kann.

Was also brauche ich neu?

1. Onion 3033

Sehr starke Haben-Wollen-Anfälle habe ich nach Wiebkes Ming-Onion-3033 bekommen, schon im Winter begeisterte mich pepitas Version. Onion mag mich nicht und ich mag Onion nicht. Ein kaputter Keiderschnitt liegt noch unter dem Nähtisch und wartet auf Entsorgung, ein Hosenschnitt von Onion wartet verschweißt darauf, wie es mit ihm weitergehen mag. Und nun ein Rock nach Onion? Er hat alles, was ich mag: breiter (Form?)Bund. Weiter Rock. Endet unter dem Knie. Ich muss mal rausfinden, wie der Bund geschnitten ist – einfache Rechtecke kann ich nicht tragen (Hohlkreuz! Anpassungen! Ärger! Rutschen!), es muss ein Formbund sein. Zur Not könnte ich den ja auch konstruieren

2. Sewaholic – Crescent Skirt

Quelle: Screenshot www.sewaholic.com

Quelle: Screenshot http://www.sewaholic.com

Skandalös, dass meine Kleiderliste ohne einen Sewaholic-Schnitt auskommen muss. Dabei würde ich fürchterlich gern ein Herbst/Winter-Sewaholic-Kleid haben wollen. Bis dahin halte ich mich an die Tasias Röcke. Spätestens seit Sinjes Hirsch-Exemplar fehlt meinem Schrank ein Crescent-Skirt. Da Urbancut ihn im Sortiment hat, wäre ein schneller Start auch kein Problem. (Bei der Gelegenheit stelle ich fest, dass ich zum ersten Mal wirklich die Preise der Schnitte realisiere. Das Zahlen in anderen Währungen lässt mich immer hübsch über den eigentlichen Preis hinwegsehen – geht euch das auch so?)

Nur zwei? Mal sehen – welche Schnitte braucht ihr in den kommenden Wochen dringend in euren Schränken?

11

#21: Kleider für den Herbst

Ich schrieb es neulich schon: der MMM hat mir gefehlt. Aus vielen Gründen. Einer der wichtigsten: meine Hauptinspirationsquelle versiegte. Seit einigen Wochen sprudelt sie wieder und ich entdecke viele, neue Dinge, die in dringend nähen muss. Nähen nach konkretem Plan ist nichts für mich, aber die vielen Vorhaben werdne hier zumindest mal gebündelt.

Los geht’s mit Kleidern.

1. Cami Dress

Bei Dolly entdeckte ich Pauline Alices „Cami Dress„. Abrupte Verliebtheitsschübe meinerseits. Direkt erworben – dank Sinje auch verstanden, dass es sich um einen Downloadschnitt handelt. Ist das nicht zauberhaft? Ich werde – wie fast immer – ohne Tachen nähen und das erste Mal einen seitlichen Reißverschluss in ein Kleid setzen. Seit dem Frühjahr liegt ein wunderschöner rot-weißer Stoff bei mir rum der in diesem Kleid seine Bestimmung finden wird. Ob ich echte Knöpfe ache oder KamSnaps nutze werde ich entscheiden, nachdem ich weiß, wie der Stoff sich verarbeitet. Ausgedruckt ist der Schnitt schon – ggf. wird das das Robson-Nebenprojekt.

2. Sally Shirtdress

Quelle: Screenshot

Quelle: Screenshot

Diesen Schnitt kaufte ich an einem frustrierten Freitagabend – ich weiß bis heute nicht, ob das eine gute Idee war oder mein frustriertes Hirn einfach Mist gebacht hat. Irgendetwas reizt mich sehr an dem Schnitt – konkret: die Taille – gleichzeitig ahne ich aber ziemlichen Ärger auf mich zukommen, der Schnitt sieht auf dem Bogen unübersichtlich aus und ich habe über Serendipity mehrfach gelesen, dass die Größen relativ in alle Richtungen ausfallen. Heißa, eine Herausforderung. Stoff wäre auch vorhanden. Blau mit weißen, mittelgroßen Punkten.

3. Elisalex Dress

Love, love, love. Taillenband, Falten, a-förmiger Rock, da steht mein Name drauf auf dem Elisalex Dress von by Hand London. Ich denke, die #nähnerds werden demnächst für massenhafte Verbreitung des Schnitts sorgen – der ist einfach wunderschön und ein Kleiderschnitt der mit wintertauglichen langen Ärmeln nicht nach Nachthemd aussieht ist eher selten.

Quelle: Screenshot shop.byhandlondon.com

Quelle: Screenshot shop.byhandlondon.com

Das könnte ein Fall für meinen besonderen Stoff von Stoff und Stil werden – ich habe drei Meter hiervon erstanden. Dafür habe ich nach einem Schnitt gesucht, der das Muster nicht zu sehr teilt – könnte hiermit gehen, oder was meint ihr?

4. Tiramisu

Jersey und ich mögen uns außehalb des T-Shirt-Ressorts nicht so wirklich. Könnte aber auch an meinen bisherigen Schnitten liegt. Das Tiramisu Dress von Cake Patterns könnte das kleine Schwarze des Winters werden. Praktisch: wer keine Lust auf PDF drucken & kleben hat oder die Wartezeit scheut, kann es bei Santa Lucia in Deutschland bestellen.

5. Tanja

Quelle: Screenshot www.schnittchen.com

Quelle: Screenshot http://www.schnittchen.com

Der Schnitt des schnittchen-Kleides Tanja ist in meinem Besitz, ausgerädert und vorbereitet und nie genäht. Warum? Tja, letzten Winter musste ich dringend zwei Faltenröcke nähen und hatte danach keine Lust mehr auf Falten, Kräusel o.ä. Jetzt aber.

Und ihr so?

24

#20: Me Made Mittwoch.

Es ist der 11. September 2013. Heute vor 12 Jahren … weiß sicher jede von uns, was sie getan hat. Ich weiß schon, es gibt viele Millionen Schicksale jeden Tag, derer nicht gedacht wird und über die wir folglich hinweg gehen. Der 11. September ist aber trotzdem ein prägendes Datum für unsere Welt gewesen und darum werde ich mich vermutlich immer daran erinnern und an die denken, die den Tag nicht überlebt haben und an die Menschen, deren Leben von einem Datum geprägt ist – egal ob es 9/11 oder welches Datum auch immer ist. Ein Grund mehr, täglich dankbar zu sein für das, was ich habe und zufrieden mit dem Leben, das ich führe. Ein Tag, an dem ich nicht sofort zur Tagesordnung übergehen kann.

In diesem Sinne trage ich heute Spätsommersonne. Nur für den Fall, dass die Frühsonne die schönste Stadt der Welt heute nicht den ganzen Tag begeleiten möchte, habe ich mich in last-season-gelb gewandet. Me made ist dabei mein treuer Begleiter: meine Streifen-Amy. Der zweite Rocke den ich im Winter vor zwei Jahren nach 15 Jahren ohne Nähmaschine fabriziert habe. Der Stoff ist ein klassischer Streifenjeans, von mir sehr geliebt und mit pinken Taschen versehen. Ein Tick von mir: Taschen müssen, sofern sie es mal an eines meiner Kleidungsstücke schaffen, gern pink aber mindestens anders als der Rest sein. Und so verarbeitet, dass bestenfalls nur ich das weiß und niemand etwas sieht.

Amy_vorn

Merkt ihr was? Ich hatte heute einen Fotografen. Das Copyright am Bild hat der beste Mann von allen.Aber posen und lachen sollte ich – morgens um 7 Uhr!

Amy ist ein toller Schnitt für Anfänger und ich habe ihn in zwei weiteren Varianten im Schrank hängen. Ich mag neben den schönen Baumwollfähnchen und großen Kleiderschnitten einfache, alltagstaugliche Kleidung. Ein Rock zum gekauften Pulli und bunte Strumpfhosen und der Tag wird mein Freund. Quasi so etwas wie die Jeans des Selbernähens sind mir meine Standardröcke. Ich mag sie auch wenn sie nicht die große Robe sind.

Der Rock hat einen Bund und anleitungshörig wie ich bin habe ich den Reißverschlus damals in die Seitennaht gebaut. Würde ich heute nicht mehr machen – sinnfreies Gefummel bei 0,7 cm Nahtzugabe – das hat mich damals fast alle vorhandene Nerven gekostet. Seht ihr ihn da unten? Da war nicht viel zu retten.

Der Bund steht hübsch ab, daher wird dieses Modell als Zuppel-Rock in die Geschichte eingehen.

Der Bund steht hübsch ab, daher wird dieses Modell als Zuppel-Rock in die Geschichte eingehen.

Natürlich hat dieser Rock keine Hohlkreiuzanpassung erfahren – ich wusste vor zwei Jahren nicht mal, dass so etwas geht. Daher steht der Bund immer hübsch ab und der Rock zieht Querfalten. Aber ehrlich mal: egal – er ist mein Erinnerungsstück an das, was ich seither gelernt habe und ein weiterer Grund, immer weiter zu machen, mehr zu lernen, besser zu werden, zufriedener.

Der Rock ist ungefüttert, daher trage ich mein Lieblingsunterkleid nach diesem Schnitt drunter. Das werdet ihr an dieser Stelle nie zu sehen bekommen, aber ich kann den Schnitt wärmstens empfehlen, ebenso diese Stoffempfehlung aussprechen.

Guckt euch Frau Kirsche an – sie führt den MMM heute in spätsommerlichem Weiß an – zauberhaft. Genießt den Tag und habt Spaß mit den MMM-Kreationen.

5

#19: Blogwoche – nählastig

Hier läuft gerade einiges anders, als ich es ursprünglich geplant hatte. Zu wenig Zeit für das Blog, gar keine Zeit an der Nähmaschine, dafür aber Erfolge an Fronten. Dabei schwanke ich immer zwischen schlechtem Gewissen und dem Gedanken „dann ist das eben so“. Die Blogwoche ist bereits letzte Woche ausgefallen udn von einem regelmäßigen Erscheinen bin ich meilenweit entfernt – habe aber beschlossen „dann ist das eben so“.

Beginnen wir mit dem einzigen Link, der nichts mit dem Nähen zu tun hat diese Woche. Marcus Jauer ist 39 Jahre alt, hatte das halbe Leben Zeit, 40 zu werden und plötzlich nur noch ein Jahr vor sich bis zur nächsten Null. Die verbleibende Zeit nutzt er um 30 Fragen vor dem 40. Geburtstag zu beantworten.

Ein Jahr hatte auch Michou Zeit. Zeit um ihren verstorbenen Vater zu trauern. In „Heute vor einem Jahr“ bloggt sie über den Tag, an dem er starb.

Es gibt keine Überleitung von diesem zum nächsten Link, die nicht konstruiert wäre, daher gehts nur brachial: aufräumen befreit. Struktur befreit und dennoch tun sich viele Menschen schwer damit. Eine, die es drauf hat, ist Denise, deren Blog „Fräulein Ordnung“ ich sehr mag. Sie hat letzte Woche ein Büchlein vorgestellt, dass allen, die ungern aufräumen aber dennoch gern ordentlicher wohnen würden und damit weniger Lebenszeit mit Suchen verbringen würden, helfen kann.

A propos aufräumen – das müsste ich auch mal wieder und zwar das Nähzimmer – das ist mit Robson & seinen Resten vollgemüllt – gleichzeitig plane ich eine Reihe von neuen zu nähenden Dingen. Inspiration bieten auch Nähzeitschriften, zu denen ich allerdings ein gespaltenes Verhältnis habe. Zum Glück kümmert sich Lucy um die aktuelle burda-Ausgabe. Ich stimme voll zu – alles leicht seltsam. Interessant finde ich Kleidermanies Rezension der Patrones. Ich liebäugel immer mal wieder mit den Ausgaben traue mich aber nicht ran – Anleitungen in spanisch? Lieber nicht. Wobei, burda ist ja auch wie spanisch.

Ganz doll verliebt habe ich mich nach der Lektüre von Dolly Clacketts Beitrag in das Cami Dress von Pauline Alice. Ich besitze den Schnitt bereits und falls Robson und ich je fertig werden sollten ist das das nächste Projekt.

Auf der Suche nach Kleiderschnitten für einen besonderen Stoff bin ich hierüber gestolpert. Ich schwanke zwischen Faszination und der Idee für den Winter ein schwarzes Modell zu nähen und der Angst, dass Jerseykleider und ich nie wieder Freunde werden. #nachthemd

Derzeit eröffnen ein paar neue Schnittmsutershops in Deutschland, die sich den fremdsprachigen Indie-Designern widmen und z.B. Sewaholic Patterns und andere vertreiben. Santa Lucias Blog lese ich seit einer Weile, am Wochenende eröffnete der Online-Shop. Schnitterling erwähnte ich neulich schon mal. Und der – wie ich finde – schönste von allen: Urban Cut von der hochverehrten Steffie aka 81 Grad Nord.

Und zum Schluss ein bisschen Nähnerd-Theorie von Lucy zum Thema „Alles Jacke wie Hose? Jackett, Sakko, Blazer & Co.