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#35: Ich bin ein „zu“ – oder warum ich nie wieder eine Görtz-Filiale betreten werde

Das Trauma kam früh, verankerte sich tief und bleibt bis heute. Als ich zehn Jahre alt war, brauchte ich Winterschuhe. Größe 40. Meine Mutter stiefelte also mit mir in den örtlichen Schuhhandel, Füße vermessen, Schuhe aussuchen, bezahlen, raus. Mitnichten. 40 ist keine Kindergröße mehr und war damals auch keine Damengröße. „Gehen Sie nach oben, dort ist die Herrenabteilung, da kann sie sich etwas aussuchen“, lautete die Ausage der Verkäuferin. Meine Mutter reagierte entsetzt, ich panisch: Wutanfall, Tränen, Verweigerung. Keine Schuhe in dem Laden für mich. Mit viel Gefahre fanden wir damals so etwas wie kindgerechte Winterschuhe für mich. Was ich damals nicht wusste: das war erst der Anfang.

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#33: Me Made Mittwoch

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Robson und ich am frühen morgen – noch leicht müde.

Er ist fertig! Er, das ist Robson. Mein neuer Mantel. Vor Wochen hatte ich begonnen, ihn zu nähen. Mehr oder weniger gleichzeitig mit Frau Siebenhundertsachen. Nur habe ich viiiiiel länger gebraucht und das, obwohl ich nicht mal gefüttert habe. Woran also hakte es? An Helga. Helga ist eine alte Dame, 36 Jahre alt aus dem Hause Bernina, sie ist „electric“, hat ein Metallgehäuse und ist von mir heißgeliebt. Der Tag an dem ich eine neue Nähmaschine brauche wird ein trauriger denn Helga ist bereits die Maschine meiner Mutter gewesen und ich mag alles an ihr. Das Rattern, den Ölgeruch, die kleinen Zickereien. Weiterlesen

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#32: Sehen.

Während ich durch den grauen und regnerischen Hamburger Morgen laufe, sehe ich auf den Boden. Den Blick tief gesenkt, um nicht allzu nass zu werden und um auf die Pfützen, tief wie Seen, zu achten. Den ganzen Tag mit nassen Füßen im Büro, das mag ich nicht. In meinem Kopf bereite ich den Tag vor – was muss ich wann wie erledigen, mit wem muss ich sprechen, wer muss angerufen, informiert werden. Ist das wichtige Projekt bereits einen Schritt weiter? Werde ich die Deadline halten? Ich fliehe vor dem Regen in die nass-muffelige U-Bahn und blicke das erste Mal auf heute. Menschen, die genau wie ich mit sich und dem vor ihnen liegenden Tag beschäftigt sind. Ein Kind brüllt und ich bin genervt. An der Haltestelle ärgere ich mich, dass ich im Regen vor der Treppe warten muss, was ist da los? Eine Rentnerin kommt mit dem Rollator nicht allein die Treppe runter, hinter ihr stauen sich regenbeschirmte Menschen, genervt und hektisch. Eine Frau klappt ihren Schirm zu, hilft der Dame die Treppe runter und wrd dabei patschnass. Ich blicke endlich wirklich auf – und schäme mich.

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#31: Getagged.

Es fliegt ein Tag durch die nähende Blogosphäre. Vornehmlich getroffene sind Blogs mit unter 200 Followern, die sich auf diese Weise vorstellen und vernetzen können. Mich haben gleich zwei Bloggerinnen gebeten, Fragen zu beantworten. Frau von Welt fragte an und reihte sich damit ein, denn vor ihr hatte Nadine mich schon um Beantwortung gebeten.

Ich habe zu diesen Aktionen ein gespaltenes Verhältnis – auf der einen Seite finde ich den Vernetzungsgedanken toll und lerne dadurch auch immer neue, spannende Blogs kennen. Auf der anderen Seite ist es, wenn eine solche Aktion schon eine Weile im Gang ist, etwas schwierig, neue, ungetaggte Blogs zu finden. Daher habe ich mich entschlossen, hier erstmal nur Fragen zu beantworten und später zu entscheiden, ob und falls ja an wen ich weiter reiche. Niemand hat eine Deadline gesetzt also bleib ich locker 😉

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#30 Blogwoche.

So lange ich euch nicht mehr biete, als Blogwoche und MMM im Wechsel, schicke ich euch einfach zu den anderen wunderbaren Blogs – mithilfe der Blogwoche.

In der letzten Woche habe ich die Website netzfrauen.org (wieder)entdeckt. Große Faszination meinerseits, ich habe einen Abend Stunden damit verbracht, durch die Artikel zu surfen und querzulesen. Zwei Artikel habe ich euch hier mitgebracht. Der erste Beitrag beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Droge „Krokodil“, die offenbar von Russland kommend über Südeuropa gerade gen Deutschland wandert. Verherrend: sie ist sehr billig und extrem schädlich.

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#29: Me Made Mittwoch

Alltag total. Rock, Shirt, Jacke – alles selbst gemacht, alles geliebt. Spektakulär ist anders – aber überaus alltagstauglich für einen langen Tag am Schreibtisch.

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Sternchenschal in der Hand – Hamburg ist so kalt und ungemürlich geworden.

Was also trage ich da?

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#28: Blogwoche

Mein absoluter Favorit der letzten Woche ist diese Grafik. Das GAARN Blog hat gepostet: „Deutschland näht“ – ich möchte sie ausdrucken auf aufhängen. Natürlich ist sie kommerziell gefärbt, da sie vom Stoff Kontor beauftragt wurde – ich nehme an, dass die eigentliche Fragestellung die nach dem Einkaufsverhalten war. Allerdings stecken spannende Fakten darin. Erfreuliche 79% der Befragten nähen für sich selbst – Catherine: Mission erfüllt würde ich sagen 😉 Der Großteil von uns investiert monatlich zwischen 31 und 50 Euro in seine Leidenschaft – da liege ich drüber, schätze ich mal. Ich lasse das Zusammenrechnen besser sein. Wünsche mir aber deutliche mehr Forschung und Fakten zu dem Thema.

Das Titelmodell der September-Burda erfreut sich in Rusland steigender Beliebtheit, wie Sewing Galaxy berichtet und in der Tat hat sie Recht: in der deutschen Blogosphere ist es bisher kaum aufgetaucht. Falls es auf eurer Liste steht, lest vorher ihren Beitrag zwecks Änderungen dazu.

Dafür habe ich ein akutes Nähzeit-Problem – warum das so ist, hat Michou auf den Punkt gebracht und mir somit aus der Seele geschrieben, auch ohne Söhne in meinem Haushalt. Ich muss mir Nähzeit auch immer erarbeiten – erst wenn Haushalt & Co. zu meiner Zufriedenheit erledigt sind, setze ich michhinter die Maschine. Schön bescheuert. Ist das bei euch auch so? Und falls nicht: ich bin für jeglichen Tipp, wie ich mich diesbzgl. selbst überlisten kann, dankbar.

Über Mütter bloggte Tanja Prinzessin zu Waldeck, Geschäftsführerin von NetMoms, letzte Woche. Sie fordert „Mütter, holt die Friedenspfeife raus“ und da die Botschaft für mich derzeit mehr zählt als der Hintergrund des Absenders kommt der Link nach langem Überlegen in die Liste. Ihr kennt ja mein Mantra schon („jede/r soll seinen/ihren Weg so gehen können, wie er/sie will – hauptsache nicht ppolitisch oder wirtschaftlich per Rollendekret verordnet“). Dazu gehört auch, dass Frauen und Mütter aufhören, sich gegenseitig zu bewerten und zu urteilen. Fangen wir also damit an – als erstes würde ich gern alle Schubladen zu dem Thema abschaffen. „Karrieremum“ vs. „Nur Hausfrau“ – nö bitte nicht mehr.

Über Schubladen hat sich die Punktefrau sehr zu meiner Freude aufgeregt. „Generation Y – Zur Hölle mit den Schubladen“.

Zm Abschluss Mädchenkram: bei Colette ging es letzte Woche um Eyeliner – muss auch mal sein. Ich mag die Bilder, die so unterschiedliche Frauen zeigen und mich hat es inspiriert, mal wieder mit schwarzen Stiften zu experimentieren. Seit Anfang des Jahres will meine Haut keinen Lidschatten mehr akzeptieren – auch Mascara mag die Diva nicht. Müssen also andere Mittel her. Ich neige nicht dazu, mich freiwillig zuzukleistern, mag aber Kleinigkeiten wie Rouge ab etwa November bis Juni, dezent geschminkte Augen oder mal tolle, farbige Lippen. Wäre ich geduldiger, würde ich Nagellack nutzen – ich habe aber kapituliert – zu schnell will ich Dinge wieder anfassen, sodass ich immer das Ergebnis ruiniere. Ich bin deutlich kein Schminknerd.