#27: Me Made Mittwoch

Heute: das Schweinchen-Kleid.

Es ist ... rosa.

Es ist … rosa.Und sie guckt schon wieder so irre.

Letztes Jahr bereits verliebte ich mich stark und unerbittlich in das unter #nähnerds als Dodo-Kleid bezeichnete burda Modell 118 A aus dem Heft 10/2012. Da ich nicht mehr jeden Schnitt kaufe, in den ich mich verliebe, bzw. genug andere Sachen um die Ohren hatte, vergaß ich meine Liebe wieder. Schmachtete aber immer wieder mal Modelle an, die in der Blogosphere auftauchten, an. Zum Beispiel Meikes Romanit-Version. Vor ein paar Wochen verschleuderte burda dann drei Tage lang Schnitte für 50% Rabatt. Klar, dass ich sofort kaufen musste.

Binnen weniger Stunden war der Schnitt geklebt, ein tolles Reststück Webstoff gekauft und das Kleid genäht. 42 ohne Nahtzugaben – hatte ich mit meiner Mutter so ausdiskutiert, dass das passen müsste. Tat es nicht. Zu eng am Po und den Hüften. Ich ließ alles aus, was ich an nicht vorhandener Nahtzugabe hatte und kämpfte mit dem im schrägen Fadenlauf zugeschnittenen Vorderteil das partout nicht so lang sein wollte, wie das Hinterteil. Ich änderte den oberen, hinteren Rücken, setzte den nahtverdeckten Reißverschluss drei Mal neu ein, kürzte die Ärmel – kurz: ich bastelte drei Abende. Mit immer dem gleichen Ergebnis: zu eng. Und trotz zwei zugegebener Zentimeter in der Taille und fünf weiteren am Saum war das Drecksding auch noch zu kurz. Also zu kurz, um mich in zu eng wohlfühlen zu können. Seitdem hängt es so an der Tür zum Nähzimmer: fertig, aber ungesäumt:

Dodo_Kleid_Webware

Ich wollte aber so ein Kleid haben. U N B E D I N G T. Also durchforstete ich den Jerseyvorrat nach passendem Probestoff. Und da war er: der Schweinchenstoff, den ich vor einiger Zeit in goßer Menge kaufte und zu Hause feststellte, dass er – naja – ein Schweinchen ist. Genau passend, um herauszufinden, wie der Schnitt und eine neue Stoffart zusammenpassen könnten. Binnen weniger Stunden war es fertig. Und ich hochzufrieden und verliebt. Einzige zusätzliche Änderung: das Vorderteil habe ich nicht im schrägen Fadenlauf zugeschnitten, das erschien mir bei Jersey unsinnig und stellte sich als richtig heraus.

Dodo_Kleid_Seite

Es sitzt gut, der Nachteil dieses Stoffes ist aber: er zeichnet deutlich ab, wie oben zu sehen. Trotz Unterkleid sieht man mehr, als ich gemeinhin zeigen möchte. Abhilfe schafft da mein neuster Schnitt-Hack – meine Lieblingsstrickjacke:

Dodo_Kleid_m_Jacke

Die Jacke ist eine umgemodelte Frau Karla. Das Vorderteil habe ich nicht im Bruch sondern einzeln zugeschnitten und zusätzlich an der vorderen Mitte jeweils etwa einen Zentimeter zugegeben. Der relativ leichte Strickstoff ist von Stoff & Stil, ich hatte im Laden zwei Meter mitgenommen und die Verkäuferin fragte mich beim Kauf leicht entsetzt, was ich aus dem Stoff in der Menge fertigen woll. Ich antwortete, wie nahezu immer auf diese Frage: „Keine Ahnung“. So hat er seine Bestimmung als Jacke gefunden. Da der Stoff in einfacher Lage sehr dünn und reißend ist, habe ich ihn gedoppelt: dafür habe ich den Schnitt zwei Mal komplett zugeschnitten, zwei einzelne Jacken genäht und diese dann miteinander verstüzt. Was zu den immer gleichen 3-D-Denkproblemen führte aber erfolgreich gelöst werden konnten.

Ehrlich gesagt hätte ich nicht gedacht, dass ich mich im Schweinchen-Dodo-Kleid nach drauen traue, aber wider Erwarten fühle ich mich sehr wohl. Aber nur mit Jacke. Fest steht: der Schnitt wird ein weiteres Mal zum Kleid werden – aus einem feinen schwarzen Jersey – den muss ich nur noch finden.

Der Me Made Mittwoch wird heute von Meike angeführt, die zauberhaft aussieht in ihrem Jeans-Wickelkleid.

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29 Gedanken zu “#27: Me Made Mittwoch

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  4. ich empfehle auf gar keinen fall jemals die Nahtzugaben zu ignorieren, denn somit nimmst du unweigerlich Einfluss auf die Lage und Neigungen bestimmten Kurven.
    das Kleid sieht mit Strickjacke daher so gut aus, weil diese Farbzusammenstellung generell sehr harmonisch ist.
    by the way, das hast der Eltern, indem Dior aufgewachsen war, hatte grau-rosa Farben. das hat auch Einfluss auf spätere Kollektionen genommen, rosa-grau kam oft vor und war seine lieblingsfarbkombi.

  5. Guten Morgen!
    Ich finde auch, das Kleid steht Dir ausgezeichnet. An dem Schnitt habe ich mich auch schon probiert, es ist aber leider überhaupt nichts geworden. Wohl auch die falsche Stoffwahl? Ich weiß es nicht. Wie dem auch sei: Wenn ich das Kleid an Dir so sehe, bekomme ich Lust, es doch nochmal mit Jersey zu versuchen.
    Eine Frage: Warum hast Du die Nahtzugaben weggelassen?
    Liebe Grüße, Sandra

    • Liebe Sandra,

      ich lasse bei einigen Schnitten die NZ weg, wenn ich der Meinung bin, dass ich zwischen zwei Größen liege. Dann schneide ich die größere ohne NZ zu. Im Fall burda ist es bei mir häufig so, dass ich oben aus 38 rausfalle und unten mind eine 42 brauche (wie ich gestern zu einem anderen Kommentar schrieb: hin und wieder auch mal sprenge ;)). Im Fall dieses Schnittes hatte ich vorher gemessen: oben habe ich dann die Nahtlinie auf 1,5 cm gelegt und bin unterhalb der Raffung auf Füßchenbreite gegangen. Ich finde das leichter, als von vornherein oben die eine und unten die andere Größe zuzuschneiden.

      Liebe Grüße

      Katarina

  6. Ich finde das Kleid sensationell in rosa! Vor allem mit der Jacke! BRAVO! Ich habe es Weihnachten genäht und liebe es auch immer noch sehr! der Schnitt lohnt sich!!

    LG
    Lina

  7. Total schön! Und MIT Jacke finde ich es noch schöner!
    Damit sich nicht soviel abzeichnet könnte man dickeren Jersey nehmen und/oder Shapewear tragen. 😉
    Liebe Grüße, Smila

    • Danke dir – ja über Quetschwäsche habe ich auch schon nachgedacht – aber eher zu einer Veranstaltung nicht im Büro.

  8. Ich habe für Weihnachten dieses Kleid genäht und kann mir gar nicht vorstellen, dass dir die 42 nicht passt! Du bist doch so schlank.
    In Jersey ist es aber sicher ganz bequem und zum Sofalümmeln geeignet.
    Vielleicht kannst du das andere Kleid doch noch irgendwie retten.

    LG Katrin

    • Danke, aber diesbzgl täuschen die Bilder: proportional bin ich ab dem Bauch abwärts deutlich runder als oben. Bei Burda bedeutet das: oben aus 38 herausfallen, in der Mitte spannt die 40 und unten sprenge ich die 42. 44 ist dann aber zu groß. 😉

  9. mir gefällt dein Schweinchenkleid sehr gut und ich finde das die Farbe dir steht. Mit Jäckchen darüber ist es ein sehr gelungenes Outfit.

    LG Astrid

  10. oh, wie schade, dass deine erste Dodo-Version nicht geklappt hat! ich musste bei meiner aber auch einiges rumbasteln, Taille nach oben verlegen und so.
    aber die Rosa-Version ist super gelungen und mit der Jacke prima tragbar. das erinnert mich daran, dass ich es auch noch aus Jersey nähen wollte (und danke für die Info, dass man da NICHT den schrägen Fadenlauf braucht!)

    LG
    sjoe

    • ich habe mir den schrägen FL vor allem gespart, weil die Struktur des Stoffes live sehr gut zu sehen ist und da hätte ich schräge Fäden doof gefunden. Was ich vergessen habe, oben zu erwähnen: einen RV hat diese Version auch nicht.

  11. Oh, den Schnitt habe ich nun auch schon ein Jahr auf meiner To-Sew-Liste! Ich find es einfach super. Dass ich ihn auch mal aus Jersey nähen könnte, bin ich gar nicht gekommen!! Danke für den Input.
    Alles Liebe!
    Nina

  12. Ein richtiger Nähkrimi! Schön schaust du aus in dem hellen Kleid mit der perfekt passenden jacke dazu! viel Glück bei der Suche nach dunklen Jersey. LG Kuestensocke

  13. Auch wenn die Farbe etwas gewöhnungsbedürftig ist, sieht das Kleid toll aus. Es lohnt sich bestimmt, noch eine dunkle Version zu nähen.
    Dass sich immer alles abzeichnet, hält mich manchmal schon davon ab, Jerseykleider zu nähen.
    LG
    Susanne

    • Ja abzeichnen ist doof ist aber ehrlich gesagt das erste Jerseykleid, bei dem es mir so geht. Kommt vermutlich auch auf die Qualität und Farbe an.

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