#46: WKSA – Teil 2

Für den heutigen Beitrag sieht Katharina, Gastgeberin des WKSA, folgende Themen vor:

Jetzt nähe ich doch lieber was die anderen alle nähen / Ich habe mich für mein Traumkleid entschieden / Ich nähe mal lieber erst ein Probemodell / Taddaa, zugeschnitten! / Der Stoff reicht nicht, Hilfe!

Dazu kann ich sagen: nichts von alledem trifft hier zu. Ich stehe auf dem kreativen Schlauch. Habe ich mich für einen Schnitt entschieden, kann ich mich nicht für einen Stoff entscheiden. Habe ich einen Stoff gefunden, finde ich keinen Schnitt. So richtig zufrieden macht mich aber keine der Entscheidungen, die ich bisher getroffen habe. Daher habe ich sie auch alle wieder verworfen. Ganz großes Kino. Sehr untypisch für mich, ich bekomme das normalerweise binnen Minuten zusammen.

Als lösungsorientierte Person, will ich jetzt wissen, warum das so ist und habe ein paar Punkte identifiziert, die sich wie Felsbrocken in meinen Weg legen:

1) Mein Körper passt mir gerade nicht. Also nicht seine Form oder so. Nein, ich fühle mich immer noch schlapp, müde und ausgepowert. Keine gute Voraussetzung, um ein schönes Kleid zu nähen.

2) Unsere Weihnachtspläne sehen gemütliches Zusammensein mit den Wochenend-Kindern unter Ausschluss nahezu jeder Öffentlichkeit vor. Erholung pur nach einem anstrengeden Jahr. Kein besonders großer Anreiz, etwas anderes als eine Jogginghose tragen zu wollen.

3) Es stehen diverse Weihnachtsfeiern an, die alle deutlich vor dem Fest stattfinden. DAFÜR könnte ich drigend mindestens noch ein Kleid gebrauchen. Das wird aber stressig. Und die Vorstellung stresst mich und hemmt meine Entscheidungsfähigkeit.

4) Mein erster Sew-Along zeigt mir: ich habe offenbar ein sehr eigenes Näh- und Planungstempo. Irgendwie habe ich mich hier noch nicht richtig eingetaktet.

5) 2013 war mein Nähjahr – so viel wie in diesem Jahr habe ich noch nie zuvor genäht – so viel habe ich auch noch nie gelernt. Jetzt bin ich satt und ausgepowert. Auf der einen Seite lechze ich nach einer Jahresabschlussherausforderung auf der anderen will ich Gelinggarantie, denn viel zu lernen heißt bei mir auch, dass viel in der Tonne gelandet ist.

6) Der November war und ist ein verrückter Monat, ich spiele täglich Termintetris und das hemmt meinen Umsetzungsdrang enorm. Ich hatte zu Beginn des Monats in einer großen Aktion fünf Nähprojekte zugeschnitten, um die wenigen, kurzen Zeitfenster nutzen zu können und trotzdem zu Ergebnissen zu kommen. Statt mich über drei vollständig abgeschlossene, schöne Projekte zu freuen, starren die verbliebenen mich bitterböse an und wollen fertig werden.

So, das hat geholfen. Ich habe eine Entscheidung getroffen. Ich nähe das Kleid – in dunkelblau oder schwarz. Ich brauche dringend ein schwarzes Kleid.

burda_volant

Quelle: http://www.burdastyle.de – burda style 11/2013, Mod 109

Gerade recherchiert: ein Alternativstoff wird bei alfatex geführt. Wollleinen – ob der etwas taugt? Ich werde es vermutlich bald herausfinden. Und passende Schuhe habe ich auch im Schrank.

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15 Gedanken zu “#46: WKSA – Teil 2

  1. Pingback: #57: Der Wintermantel | Bloggen. Leben. Nähen.

  2. Pingback: #51:: WKSA Teil 4 | Bloggen. Leben. Nähen.

  3. Pingback: #47: Me Made Mittwoch | Bloggen. Leben. Nähen.

  4. Ach wie schön! Das Kleid sieht super aus und ich habe auch schon damit geliebäugelt. Aber es gibt viele Schnitteile und viele Nähte, das kann auch hießen viel Mühe beim Anpassen …. so ein Kleid muss noch warten, bis ich besser nähen kann. LG Kuestensocke

  5. Das Kleid ist toll und ich hatte es auch auf meiner Liste. Leider schreckt mich die Passform ein wenig ab, da ich nur wenig Taille besitze. Ich habe das Kleid auf der Burda User-Kreationen Seite aus Romanitjersey genäht, gesehen. Dort sah man, dass der Abnäher direkt über die Brust verläuft und das sah nicht so vorteilhaft aus. Ich bin sehr gespannt auf deine Version.

    LG Claudia

  6. Vielleicht kann das nähen wirklich als Meditation und Entspannung dienen. Das Kleid ist ein Allrounder und sieht bestimmt auch zur Jogginghose schick aus 😉 Vom Alfatex-Wollleinen hab ich ein Stück hier liegen, angenehme Qualität und schöner Fall, allerdings steifer als der Stoff auf dem Foto aussieht.

    • Normalerweise ist das Nähen ja das was für andere der Sport ist – totale Entspannung. Aber in den letzten Wochen war es vor allem Belastung. Nach der Entscheidugn gestern Abend juckt es mir allerdings in den Fingern und heute Abend wird der Schnitt geklebt. Ich habe statt des Woll-Leinens jetzt bei stoffe.de einen schwarzen Romanit und einen schwarzen Stretch-Gabardine bestellt, ich hatte noch einen Guschein, sodass das etwas verlockender war. Übrigens: der Schnitt ist endlich auf der Reise 😉

  7. Finde ich gut, dass du dich trotz aller Hemmnisse aufraffst. Deine Wahl gefällt mir, ich hatte selbst überlegt, das Kleid zu nähen, aber auf „irgendwann“ verschoben. Jetzt kann ich schon mal bei dir schauen. Dass alfatex einen Alternativstoff anbietet, habe ich auch gesehen. Wollleinen ist ein mir unbekannter Stoff, hört sich aber son an, als könnte er ein bißchen wärmen und ich habe mit alfatex-Stoffen bis jetzt nur gute Erfahrungen gemacht.
    LG Susanne

    • Ich habe mit Alfatex auch schon schlimme Erfahrungen gemacht – aber das lag eher an meinem Geiz als an Alfatecx. Ich bin auch gespant auf das Ergebnis. Habe jetzt etwas stretchige Stof bestellt, weil ich Sorge habe, dass es im Hüftbereich eng werden könnte.

  8. Das Kleid mag ich, schwarz ist eine dankbare Farbe und die Jogginghose darf später ganz sicher auch raus. Schön, dass Du Dich aufraffst und wenn alle Stricke reißen, dann hast Du doch nichts verloren. Entspannung und meditatives Nähtenähen bei Plätzchenduft – das wird super! 😀

  9. Wenn man sonst im Leben viel um die Ohren hat, hat man meist nicht den Nerv zum Nähen. Wobei ich merke, dass mir die kreative Arbeit immer wieder gut tut und hilft, vom Alltagsstress loszukommen. Wenn ich gar keine Zeit dafür habe, dann ist das nicht gut…
    Ich weiß nicht, ob Du das hören willst ;). Ich nähe seit über 5 Jahren, sehr viel, mittlerweile auch gut. Aber Gelinggarantie gibt es noch immer nicht :(. Mein Schnitt von guten Kleidungsstücken wird besser, aber ist noch lange nicht bei 100%. Wird es wohl auch nie sein 😦

    • doch will ich weil es genauso ist – Nähen ist Erholung und das, was anderen der Sport ist (wobei es mir nicht schaden würde, auch hin und wieder mal Sport zu machen statt hinter der Maschine zu sitzen ;)) Stimmt, die Gelinggarantie ist inexistent – trotzdem wünsche ich sie mir manchmal sehnslichst 😉

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