#48: Blogwoche.

Gabs ja länger nicht mehr hier, so ’ne Blogwoche. Jetzt aber.

In den letzten Wochen beschäftigen und berühren mich vor allem Texte, die sich mit der Frage nach dem „Wie“ beschäftigen. Versuchen, neue Wege zu finden, Alltägliches infrage stellen, sich selbst überprüfen. Den ersten Platz dieser Woche in der Blogwoche und in meinem Herzen hat Sandra inne. Ihr Blog Wortkonfetti wollte ich sowieso schon lange empfohlen haben, in dieser Woche hat sie mit „W wie weniger ist das neue Mehr“ den aufmerksamkeitsstärksten Platz in dieser Liste verdient. Sie hat eine Entscheidung getroffen. Für sich und gegen die gängige Idee des karriereorientierten Lebens: „Die Arbeit steht bei mir nicht mehr an erster Stelle“, schreibt sie. Ein mutiger Text, der nachdenklich macht und nachwirkt. Danke, Sandra.

Sich entscheiden. Für das Land. Gegen die Stadt. Das hat das Mädchen mit Herz getan, das ich neulich persönlich kennen lernen durfte und sie überaus sympathisch fand. Katja ist in der Tat ein Mädchen mit Herz. Sie startet gerade ihr „Projekt Heimat“ und wird ihre Heimat Ostfriesland zeigen. Als überzeugte Großstädterin-mit-Landei-Wurzeln finde ich es ja immer hoch spannend, wenn Menschen bewusst aufs Land ziehen und darüber erzählen.

Einer der Vorteile des Dorfes: die Uhren ticken durchaus langsamer. Überzeuge ich mich regelmäßig von und bin immer wieder fasziniert, dass die Welt sich dennoch weiter dreht. Allein weil das Internet in den mir bekannten Dörfern zwischen inexistent und laaaaangsam variiert, wäre das hier gar nicht machbar: während ich diesen Text schreibe, habe ich bereits elf Stunden in den Bildschimr geguckt, nebenbei läuft der Fernseher, Mails rauschen rein und meine Timelines auf Facebook und Twitter könnten auch noch Aufmerksamkeit erhalten. „Eins. Nur eins auf einmal“ bloggt leelah auf unbeschreiblich. Ausgedruckt und aufgehängt habe ich ihren Satz: „Ich möchte möglichst immer ganz da sein“.

Szenenwechsel. Feminismus ist eins meiner persönlichen Themen 2013. Fasziniert beobachte ich seit #aufschrei, wie junge Netzaktivistinnen aufstehen, den Mund aufmachen und Klartext sprechen. Wertediskussionen führen, dem alten, angestaubten Thema Frische und Modernität geben, sodass ich mich plötzlich identifizieren kann. Lange habe ich mich gefragt, was mich daran so fasziniert, gehörte ich bisher zu den Frauen, die voller Überzeugung behaupteten, sie seien zu emanzipiert um Feministin sein zu können. Maike von Wegen hat mir darauf die Antwort geliefert: „Der Feminismus ist im Grunde nichts anderes als der Wunsch, dass JEDER MENSCH frei und reflektiert wählen können soll, wie er/sie das Leben gestalten möchte.“ In „so halb feministisch“ liefert die Autorin von mutterseelenalleinerziehend eine pointierte Definition des Begriffs.

Nochmal Themenwechsel – so sind sie meine Interesse, breit aufgestellt. Vom Feminismus weiter zu den leichten Seiten des Lebens. Adventskalender sind, so der Eindruck den meine Filterbubble mir vermittelt, das neue Schwarz. Allerorten – äh aller-blogs – wird gewerkelt, geklebt, befüllt, verlost, vorbereitet. Nun habe ich gar nichts daran auszusetzen, bekomme ich doch auch immer noch einen liebevoll befüllten, gepackten, verschickten, erdachten von meiner Super-Mutter (das macht sie mal 4 – und nein, man kann sie noch immer nicht ausleihen ;)). Aber mich packt das schlechte Gewissen. Ich fühle mich unter Druck gesetzt, weil man offenbar jedem Menschen einen Kalender machen sollte und ich das sicher nicht mache. Nicht mal die Wochenend-Kinder bekommen einen, der Mann erst recht nicht. Aber wenn ich einen machen würde, dann den, den Svenja in ihrem Bastelblog für ihren Mann gestaltet hat. Eine tolle, sehr simple und vor allem erwachsenentaugliche Idee! War aber auch nicht anders zu erwarten, denn auch Svenja habe ich neulich persönlich kennen lernen dürfen und kann verraten: tolle, kluge Frau!

Ich habe es nicht so mit dem Plätzchenbacken und bleibe auch in der Weihanchtszeit gern bei Kuchen. Dieser hier ist dank Zimt sicher trotzdem sehr weihnachtlich, wenn ich es schaffe, werde ich ihn am Sonntag ausprobieren.

Ohne Näh-Anteil gehts natürlich nicht, daher hier der Anschmacht-Schnitt des Monats: der Bellatrix Blazer. Ich scheine einen teuren Geschmack zu entwickeln, aber ggf ist das ein gutes über-die-Feiertage-Projekt.

Habt einen schönen Freitag und ein guten 1. Advent.

 

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2 Gedanken zu “#48: Blogwoche.

  1. Liebe Katarina, danke für Deine netten Worte und das Verlinken auf meinen Artikel. Im Sinne des Innehaltens wünsche ich Dir einen GEMÜTLICHEN Sofasonntag am 1. Advent. Mach es Dir nett!

    Bis bald, Sandra

  2. Auf den Bellatrix Blazer habe ich auch ein Auge geworfen und mich gefragt, was mit mir los, ist, dass ich auf einmal auf Luxusschnittmuster fliege. Es hat wohl damit zu tun, dass jetzt auch Indie-Schnittmusteranbieter auftauchen, die nicht diesen extrem mädchenhaften Stil haben wie z. B. colette und die zugleich Schnitte anbieten, die es so nicht bei Burda gibt. Sprich: mein Geschmack wird bedient. (Und am Wochenende schaffe ich es hoffentlich, endlich den Reißverschluss ins Elisalexkleid einzunähen.)

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