#61: Was aus den Plänen wurde – heute: Kleider

Neulich blickte ich bereits auf die Rock-Pläne zurück, heute sind die Kleider dran. Im September plante ich zu nähen: Cami, Sally Shirtdress, Elisalex, Tiramisu und Tanja.

Nun, die Bilanz sieht wenig rosig aus: Cami habe ich genäht und beim MMM gezeigt. Hier nochmal ein Auszug, der schön zeigt, warum außer an dem Tag dieses Kleid nie wieder aus dem Schrank durfte:

Cami_Dress_Pattern_2

Das Kleid sitzt einfach nicht. Oben ist es gestaucht weil es zum einen in der Taille zu eng und zum anderen hinten zu lang ist und so auf dem Po aufstößt und sich nach oben schiebt. Zudem mag ich das Futter nicht sehen, ich hätte mit dem Originalstoff doppeln sollen statt zu füttern. Die Ärmel sitzen, obwohl ich sie mittlerweile neu eingesetzt habe, überhaupt nicht. Sie ziehen Querfalten vorn und beulen hinten. Die vielen blauen Kam Snaps habe ich selbst verschuldet und finde sie, seit ich Knopflöcher machen kann, billig und blöd. Obwohl der Rock bereits sehr viel schmaler zugeschnitten ist, ist mir das zu viel Kräusel an einer Stelle meines Körpers, die mir für Kräusel nicht gemacht scheint. Kurz: ich fühle mich in dem Kleid einfach unwohl. Es darf bis zum Frühjahr weiter im Schrank wohnen dann ziehe ich es noch mal an, wenn es dann nicht sitzt darf es ausziehen.

Das Sally Shirtdress liegt als Schnittmuster unangetastet in meinem Schnittmusterregal. Ich habe keine Lust, es zu nähen, es ruft mich (noch?) nicht. Mal sehen, ob wir uns noch finden.

Elisalex. Was aus uns wurde im im ersten Absatz dieses Beitrags zu lesen, mehr sage ich dazu nicht mehr. (Beate: der Schnitt geht am Wochenende auf die Reise!)

Tiramisu. War ich anfangs sehr begeistert vom Cake-Pattern-System, verwirrten sie mich beim Bestellversuch mit „alten“ und „neuen“ Schnittmustern, als ich endlich dachte, ich hätte das richtige PDF-Pattern erwischt lies sich die Bestellung nicht abschließen. Habe das als Zeichen des Universums angesehen und erstmal die Finger davon gelassen. Meine Liebe gilt ja sowieso dem Webstoff, ich habe keinen Jersey mehr im Lager und ein gestreiftes Kleid im Winter scheint mir zu sommerlich.

Tanja. Ja Tanja, was mache ich nur mit dir? Die Gute hängt im zweiten Winter als fertiges Schnittmuster an der Heizung und rollt sich auf. Nach dem ersten, zweiten, dritten und vierten Messen steht fest: wird problematisch werden. Brust = 40, Taille = 42, Hüfte = sagen wir mal grob geschätzt 46 – mein Maß befindet sich nicht im Schnitt. Joah, och nö. Die Risikoanalyse tendiert zu „sein lassen“.

Nach dieser nicht sehr rühmlichen Liste, habe ich aber mal geguckt, welche Kleider denn hier entstanden sind. Als erste – und jetzt alle zusammen rufen: D O D O K L E I D!

Jawoll – zwei sehr geliebte. Das Schweinchen und seine petrolfarbene Schwester. Ausreichend besprochen und gelobt.

Das Weihnachtskleid. Hartes Stück Arbeit. Hat mittlerweile neue Knöpfe, hier noch mit den alten:

burda_kleid

Oh und das eigentliche Weihnachtskleid nach diesem Schnitt habe ich in liebevoller Trennarbeit auch genäht – ich mag es nicht mal fürs Foto anziehen:

Bildschirmfoto 2013-11-14 um 22.13.24

Das Kleider-Fazit: ich hab ’ne Kleiderkrise. Eine ausgewachsene. Nichts sitzt, passt, alles muss x-Mal getrennt werden, ich bin immmer, immer unzufrieden und ich hasse unzufrieden sein. Seit einiger Zeit denke ich darüber nach, woran das liegt. Sind es doch vor allem die Kleider, die mich ganz zu Anfang den Weg des Klamotten-für-mich-nähens haben gehen lassen. Meine Analyse ergab folgende Probleme:

  • Passform: ich muss anfangen, Schnitte professioneller anzupassen. Punkt, keine Ausreden.
  • Kleiderform: Kräusel an der Hüfte gehen nicht. Oben eng, nach unten weiter auslaufend geht besser – entsprechende Schnitte suchen und nähen.
  • Verarbeitung: ich sehe meine Fehler, also behebe ich sie mittlerweile, also für Perfektion in diesem Fall mehr Zeit einrechnen und mir selbst geben. Ein gutes Kleid muss nicht in zehn Minuten fertig sein. Im Zweifel ist weniger mehr.
  • Stoffe: Frau Siebenhundertsachen und andere warnten bereits im Herbst – mein sommerlich verstrahltes Hirn wollte nicht hören, hier Notiz an mich selbst, zu lesen im Herbst 2014: es ist kalt in Hamburg und windig – echt jetzt glaub es mir! Und du hast keine Lust immer eine dicke Strickjacke im Büro zu tragen, wähl also warme Stoffe!

Und im letzten Teil sehen wir uns die Bilanz der Jacken an.

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13 Gedanken zu “#61: Was aus den Plänen wurde – heute: Kleider

  1. Pingback: #69: Me Made Mittwoch | Bloggen. Leben. Nähen.

  2. Hallo Katarina,
    ich hab jetzt erst den ersten Abschnitt deines Posts gelesen, aber ich muss dringend widersprechen: das rosa Cami-Kleid ist superschön! Zumindest auf diesem Foto (andere hab ich noch nicht gesehen) steht dir das Kleid wirklich gut. Allerdings, das (leidige) Thema mit der Kräuselung kann ich gut verstehen, geht mir oft genauso, ich finde aber das kannst Du gut tragen. Also: bloß nicht wegwerfen, sondern tragen! 🙂

  3. Hallo! Viel wurde schon geschrieben, aber was auch mir sofort auffiel: Du gehst zu hart mit Dir ins Gericht. Ich finde vor allem das rosane Kleid wirklich wunderschön und finde, es steht Dir sehr gut. Ich kann auch bei mehrmaligem Vergleich mit dem schwarzen darunter nicht erkennen, daß es Dich unvorteilhaft aussehen lässt (ganz im Gegenteil, bitte bitte nimm es mir nicht übel, aber ganz ehrlich finde ich, daß die weissen Strümpfe auftragen, sorry…). Ich glaube es ist evt. das Tragegefühl von gekräuselten Rockteilen (ich habe auch gerade eines genäht) was mit dem tatsächlichem Bild nicht ganz übereinstimmt. Will sagen, sieht garnicht so bauschig aus wie es sich anfühlt!
    Bei genauem Hinsehen kann man die ungleich verteilten Falten erkennen, hättest Du nichts gesagt, hätte ich es nicht erkannt 😉
    Wenn Du dich trotzdem unwohl darin fühlst, kann das ja auch Bequemlichkeitsgründe haben. Aber jedenfalls finde ich es sieht sehr schön aus!
    Viel Erfolg mit den nächsten Schnitten!
    LG, Katharina

  4. Hallo, ich habe Deinen Blog erst ganz neu entdeckt und lese gerne Deine Beiträge. Ich würde mich meinen Vorrednerinnen anschliessen, dass ich auch glaube, Du bist zu kritisch mit Deiner Arbeit. Ich glaube, das liegt aber auch daran – zumindest geht es mir immer so – dass ja jede Naht, jedes noch so kleinste Detail beim Zuschneiden, Nähen, Auftrennen und wieder zusammensetzen wie mit einer Lupe betrachtet wird. Da fehlt dann am Ende oft ein „distanzierter“ Blick auf das Gesamtergebnis und man sieht nur noch das „schlechte“.
    Im Übrigen finde ich auch, dass das Cami Kleid (das auf dem ersten Bild) nicht schlecht sitzt. Mir fiel als Idee ein, vielleicht einen Stoffstreifen zwischen Oberteil und Rockteil zu setzen (vll so 10 cm)? Das würde das Oberteil länger machen und die Falten wirken dann tiefer gesetzt nicht mehr so bauschig. Ich weiss natürlich nicht, ob das Deinem Geschmack entspricht, aber es wäre zu schade, wenn dieses Kleid wirklich nicht mehr aus dem Schrank rauskommt.
    Ich bin gespannt auf neue Beiträge und freue mich zu Deinen Leserinnen zu gehören. 🙂

  5. Also , nicht weil ich Dodo bin , und weil das Kleid irgendwann unter dem Namen Dodokleid seinen Lauf in der Bloggergemeinde nahm ( dafür kann ich ja nix ! ) , sondern dieses Kleid ist wirklich wunderbar für Dich , lässig und trotzdem schön . In den anderen wirkst Du ( sorry ! ) irgendwie verkleidet … Ich selbst habe für Winterkleider auch in diesem Jahr ein grosses Manko : nicht gelungene Teile , und die Suche nach DEM Kleid – ich habs noch nicht gefunden . Sommerkleider sind merkwürdigerweise kein Problem … Und ja , Kräusel unterhalb der Taille , ziemliches no go . Also : weiterprobieren 😉
    LG Dodo

    • ich dagegen empfinde nicht,dass dieses Kleid ihr nciht steht oder dass die kräuseliung zu viel wäre…das ist die sache von vorlieben. zu grdae figuren(wie Kate Middleton) sollten solche kleider besser nicht tragen.ansonsten gibts da keine einschränkung.
      ich „lese“ ein blog von einer polin, sie ist mehr als rubensfrau und macht fantastische sachen auch tellerröcke und kräuselungen kommen bei ihr vor.das macht nichts.
      so oder so-passform ist A und O.
      WENN DIE PASSFOPRM STIMMT; WIRD NIEMAND EINE SCHIEFE NAHT SEHEN:-))))! das ist fakt!

  6. du hörst dich in der tat gestresst an,aber ich begrüsse deine vorsätze und erkenntnisse!
    der weg zur perfekten passform ist sehr lang und holprig.am besten lernt man aus den fehler und bei erfolgen,die mit beheben diese passformprobleme zusamemn hängen.
    ein eigener grundshcnitt ist zwar gut,aber absolut nicht notwendig, schliesslich komme ich auch ganz ohne wunderbar aus.grunschnitt alleine hilf ja nicht wirklich weiter. das verstehen der passformprobleme dagegen schon.
    und da du schon bei guten vorsätzen und unzufirdenheit aus der ander4en seite bist, empfehele ich dir ganz und gar auf „selbstgemachte“ unprofessionelle schnitte zu verzichten,da sie in der tat zu 98% konstruktionsfehler beinhalten.
    wir leben in der zeit, wo jeder ,der grade basisschnitt konstruiert hat, meint, er könne schnittmuster machen.
    ich teste sehr häufig unprofessionelle schnitte aus spass, weil sie immer ungeheure herausforderungen mit sich bringen.
    für mich ist das reine übung, damit ich im training bleibe und portion neugierde generell.
    wenn man sich nciht garde mit passformmängel auskennt würde ich schlicht und ergreifend drungen davor abraten.
    nun, was sind gute professionelle schnitte.?
    ganz klar Burda, Simplicity, vouge, Butterick, Mccalls, Garconne…
    vorrausgesetzt man leist genau anleuitung bei den amerikanischen,was die richtige grössenfindung anbelangt.

  7. Ich schaue immer wieder mal auf deinem Blog vorbei und eine Sache fällt mir dabei besonders auf – du hörst Dich so gestresst , immer unter Druck an. Es liest sich als würdest Du ein Kind schimpfen, dabei machst Du eigentlich SEHR SCHÖNE SACHEN.

    Mit der Schnittmuster Auswahl ist es so eine Sache – auf den Blogs sind gerade weit schwingende Kleider große Mode aber steht das wirklich jedem. Klar, niemand hat Lust immer das Gleiche zu nähen aber es liegt nicht nur an den Nähkünsten ob ein Kleid einem steht. Eine der wichtigsten Näherfahrungen für mich war, mich nicht wie wild, auf Stoffe mit mit bunten Blumen und wilden Mustern zu stürzen sondern etwas zu Nähen das ich auch wirklich anziehen will. So, nun wünsche ich Dir gutes Gelingen und vorallrem viel Spaß beim Nähen 😉

    • vielen Dank für das Feeback! Ich finde es spannend, dass du mich als gstresst wahrnimmst – denn ja, im Dezembr war ich – aber grundsätzlich empfinde ich mich eher als sehr ausgeglichen im Nähen aber ja auch sehr kritisch mit den Resultaten. Daher ist es spannend, das einmal von außen gespiegelt zu bekommen. Danke!

  8. Ich reihe mich da in die Passformprobleme ein – ein Grundschnitt muss her! So einer an den man alles andere ranhalten und die eigenen Belange abschätzen kann! Und auch hier wird das Hamburger Wetter gerne völlig fehl eingeschätzt – ja, ein weiter Rock weht hoch. Das ist eine Tatsache! 😉

    Deine Passprobleme mit Cami Snaps kann ich auch gut verstehen – sollte es bei der zweiten Anprobe nicht sitzen, plädiere ich aber für eine Verrockung. Da kann man doch sicher noch was machen 🙂

    Ich bin gespannt auf die weiteren Kleider – im Herbst und auch sonst!

  9. Wenn ich das Foto vom Cami-Kleid mal ganz unvoreingenommen betrachte und dann deine Mängelliste lese: ich glaube deine Ansprüche an die Kleidung sind gerade schneller gewachsen, als die Schnittanpassungsfähigkeiten, und das ist einfach eine harte Zeit. Wenn das Cami-Kleid ein Kaufkleid wäre und du von Nähen noch nie was gehört hättest, würdest du vermutlich jubilieren, denn es sieht ganz gut aus und passt bis auf ein paar kleine Falten hier und da. Aber beim Selbstgemachten steigen die Ansprüche an die Passform.
    Wenn das Sally-Kleid nicht ausgerechnet kurze Ärmel hätte, würde ich das als nächstes Projekt vorschlagen: Ich finde die Hemdblusenkleidform steht dir, und Sally hat nicht diese Kräusel um die Hüften. Tanja hingegen würde ich an der Heizung hängenlassen, denn das ist genau die Kleiderform, die du gerade ausgeschlossen hast.

    • Liebe Lucx, weißt du, dein Kommentar zeigt seh schön, warum ich Bloggen so liebe – man bekommt die Reflektion, die man selber nicht mehr hat, weil man zu nah dran ist. Vielen Dank dafür! Du hast vollkommen Recht – Tanja bleibt an der Heizung und ich wage mich an Sally – die Ärmel zu verlängern sollte kein Problem sein. Und richtig: ich bin offenbar gefangen zwischen den Welten – habe aber gerade einen Satz Bücher bestellt, um mein Nicht-Wissen zu beenden und Schnittanpassung zu lernen.

  10. Oh je, das kenn ich irgendwo her… Bei Kleidern aus Webware hab ich auch ne mittlere Krise, die passen oft auch nicht so richtig, und ich habe noch 3 auf dem UFO-Stapel liegen 😦 Aber seit Weihnachten habe ic 3 Jersey-Kleider genäht, die ich eigentlich recht gerne mag, und sie ließen sich einfacher nähen, Jersey verzeit doch einiges.. und das anpassen ist etwas einfacher, sie waren alle eher sackmäßig (trotz richtiger Größe) und ich habe sie einfach so lange enger gemacht, bis es gut war 🙂 Vielleicht gibt das jetzt neuen Auftrieb für weitere Webwarenkleider, ich werd demnächst mal mit Kurzarmkleidern loslegen…

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