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Die Kugel.

Ich habe lange darüber nachgedacht, wie ich mit dem Thema Schwangerschaft/Kind/Elterndasein in diesem Blog umgehen möchte. Es gab drei, vier Menschen, die direkt sagten: „Na, dann schreibst du jetzt einen Mami-Blog.“ Das habe ich vehement verneint. Muttersein & Co. einfach nicht mein ureigenes Thema. Dennoch gibt es einige Dinge, die ich hier gern mit euch teilen möchte. Links. Erlebnisse. Fragen, die ich habe etc. Zumal derzeit einige Nähnerds schwanger sind und ich spannend finde, was das mit ihnen macht.

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#87: Blogwoche

Hier hat es schon sehr lange keine Blogwoche mehr gegeben – das ist sehr schade, denn ich mag den Rückblick und die Links. Um es mir einfacher zu machen, habe ich mir selbst erlaubt, auch Inhalte verlinken zu dürfen, die älter als eine Woche sind. Weil ich diese Aktualitätshektik sowieso doof finde.

Los gehts:

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#85: Das neue Projekt: Jumpsuit

Wie bei jeder neuen Mode, jedem neuen Trend, habe ich auch diesen erstmal und konsequent abgelehnt. Overall? Jumpsuit? Ja, auf dem Laufsteg an Modellen Größe 0 vielleicht noch ganz apart anzusehen, aber sicher nicht an echten Frauen. Im letzten Sommer mehrten sich dann auf Hamburgs Straßen die hübschen schlanken Eppendorferinnen in diesen Kleidungsstücken. Kein Grund für mich, mich damit näher zu beschäftigen, im Gegenteil ein guter Grund, weiter alles doof zu finden. Irgendwann setzt dann schleichend ein, was – ich glaube Meike wars – mal als „Sehgewohnheit“ titulierte. Ich gewöhnte mich an den Anblick. Dann fand ich dieses Kleidungsstück heiß und dann kam Stoff und Stil im Frühjahrskatalog mit diesem Modell um die Ecke und dann war akutes haben-müssen da.

stoffundstil.de

Gepunkteter Overall aus dem Stoff und Stil Katalog – lässt mein Herz hüpfen. Quelle: http://www.stoffundstil.de/Katalog/Mode.aspx?group_id=11330&articleid=33653

Dann war ich schwanger und verschob das Projekt gedanklich auf den nächsten Sommer. Bis ich letzte Woche dieses Näh-Fieber bekam, das ich immer bekomme, wenn ich plötzlich weiß: DAS IST ES. Dieses Fieber steigt so lange, bis ich in der Hand halte, was ich wollte und ich werde nicht ruhen, bis ich fertig bin.

Also Schritt 1: Recherche Schnittmuster Jumpsuit für Schwangere. Im deutschen Sprachraum gibt es exakt eins von burda. Im amerikanischen Sprachraum gibt es allerlei Merkwürdigkeiten von den großen Firmen, die aber eher nach Latzhose aussehen. Also nach Schnittmustern für nicht-schwangere gesucht. Viel gefunden, in das man sich verlieben kann:

Anfrage bei Mama gestellt, ob man die ggf entsprechend ändern kann. Abschlägige Antwort erhalten. burda gekauft und die Trillionen Seiten ausgedruckt, geklebt und ausgeschnitten. Erste Erkenntnis: bei Katalogschnitten kann burda Änderungslinien. Zweite Erkenntnis: Printhäuser tun sich mit Digitalisierung schwer – wenn ich die deutsche Anleitung hätte ausdrucken wollen, hätte ich sieben Seiten verbraucht, weil das Spalten-Layout des Papierschnitts beibehalten wurde.

Also alles digital belassen und losgelegt. Das Nähen ist simpel, wenn man denn gern Gummiband mittels Zickzackstich auf Jersey anbringt. Trotz mehrfachen Nähens und Trennens, exakter Einteilung in Viertel und gleichmäßigem Zug war es nahezu unmöglich, die Gummibänder gleichmäßig anzunähen. Das ärgert den Näh-Perfektionisten in mir schon sehr.

Zudem werden äußere Oberteile ohne Gummizug zusammen mit den inneren, begummiten Oberteile miteinander verbunden an die Hose genäht. Hübsche Fummelei. Das werde ich ändern und entweder mit einem Tunnel und einem darin eingezogenen Gummi arbeiten oder unter dem Bauch sogar mit einem Bindeband.

An dieser Stelle bin ich mutig und zeige euch spätabendliche, blasse und nicht-optimale work-in-progress-Bilder, die ich normalerweise hier nicht zeigen würde. Der Stand nach einem ersten groben Zusammensetzen mit nur einem gesteckten Träger:

Jumpsuit_1 Jumpsuit_2

Fazit: ich mag, was ich da erahne. Natürlich noch nicht so. Es ist optimierungsbedürftig, aber das ist machbar.

Ich hatte insgesamt neun Centimeter Länge an Ober- und Hosenteilen eingefügt – das Oberteil darf noch mal etwa zwei weitere erhalten, die Hose braucht das im Bereich der Unterschenkel und des Saums nicht mehr (zu lang – yeaaahhh!) dafür aber im Hüftbereich etwas mehr Weite und im seitlichen Bereich einen Hauch mehr Länge. Zudem ist die Farbe dieses Jerseys nicht optimal, so wirkt er sehr schlafanzugig. Das ist ein sehr guter Stoff von Frau Tulpe, daher werde ich mal gucken, was vom Stoff ich retten kann. Für eine zweite Variante ist bereits neuer dunkelblauer Jersey bestellt, ich denke, je dunkler desto besser für mich. Ggf sogar mit dem Mut zu einem andersfarbigen Oberteil – schaun wir mal, was ich so zustande bringe.

Ich glaube, ein Jumpsuit steht und fällt mit der Stoff-Farb-Kombi – und die gilt es jetzt rauszutüfteln. Was sagt ihr: geht oder geht gar nicht? Ich bin gespannt auf euer Feedback.

 

 

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#84: MMMM

Nachdem sich das klebende Shirtkleid letzte Woche so bewährt hat, musste ein weiteres Modell aus anständigem Jersey her. Da sich der Schnitt so herrlich schnell nähen lässt, war das auch fix erledigt.

Frau_Juli_Ringel_1

Schleife am Bauch übe ich noch – heute habe ich mich für Knoten entschieden.

Den Stoff habe ich vor einiger Zeit bei stoffe.de bestellt und dann liegen lassen, da kleine Ringel und ich irgendwie keine Freunde werden wollten. Und auch bei diesem Modell musste ich seit Gertigstellung vier Tage lang nachdenken, ob es nicht ggf. doch etwas zu sehr nach Nachthemd aussehen könnte. Tut es nicht, habe ich beschlossen und trage es bei angekündigten 26 Grad heute in Hamburg.

Frau_Juli_Ringel_2

Eine Erkältung hat mich erwischt, das macht Laune und Gesichtsausdruck nicht besser.

Schwierig zu fotografieren – die Ringel sind eher mittelblau und sehr schmal – und auf den Bildern flimmern sie.

Frau_Juli_Ringel_3

Genug Frau Juli für den Moment, ich arbeite gerade an einem völlig neuen Projekt – erste Ergebnisse sind bereits da und sehr aufregend. Nein, kein Kleid, kein Rock, kein Shirt. Ich berichte bald davon!

Auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog tanzt heute Lucy in einem Bilderbuchstoff vor. Kaum vorstellbar, dass in Hamburg das Wetter besser sein soll, als in Berlin.