#86:Saumabschluss bei Hosen

Während ich neulich den Jumpsuit so fertig nähte, drängelte die Frage nach dem Saumabschluss in meinem Kopf herum. 

Bei Röcken und Kleidern hat sich in meiner Nähpraxis ein gewisser Standard etabliert, die Frage lautet in der Regel nur: per Hand oder Maschine? In 98% aller Fälle fällt meine Wahl auf die Maschine. Dann ist mein Favorit:  zwei bis vier Zentimeter einschlagen – mal einfach, mal doppelt – je nach Stoffqualität. Mit einem großen Geradstich wird dann genäht. Experimente mit Schrägband habe ich auch gemacht – ist schick – dauert mir aber häufig zu lang (weil ich natürlich nicht einfach umklappen und von außen annähen kann, sondern unsichtbar annähen muss #nähnerdperfektionist) und wird zu sperrig im Sinne von nicht fließend genug.

Nun also ein Hosenbein säumen. Klar war: was burda vorschlägt, finde ich doof. Nämlich einfach umschlagen und umnähen:

Quelle: Screenshot burdastyle.de

Quelle: Screenshot burdastyle.de

Das sieht bei sehr schlanken Beinen und wenig Hüfte/Po sicher gut aus, für mich mag ich das eher nicht. Daher:

Tunnel nähen und Gummi einziehen

Bin von dieser Methode im Bereich der Oberteile großer Fan von und konnte mir das auch für Hosenbeine gut vorstellen. Allerdings: bei der Weite des Beins und der Schwere meines Stoffs sackt der Rest der Hose drüber. Das muss man mögen. Ich bin noch unentschlossen, ob ich das tue – denn vorerst habe ich mich für diese Lösung entschieden:

Jumpsuit

Alternativen dazu wären folgende. (Die ich seit einer Woche im Kopf nähe, was bedeutet, dass ich die Säume noch mal trennen und eine dieser Methoden ausprobieren werde.)

Saum smoken

Das sehe ich derzeit ständig an diesen hübschen Flatter-Hosen auf der Straße und bin sehr verliebt in diese Optik. Etwa so wie bei diesem Beispiel, wobei ich den gesmokten Bereich etwas breiter gemacht hätte. Meine Bedenken: das Hosenbein ist sehr weit, wenn ich es unten smoke, wirkt das etwas sehr wie eine Haremshose. Diese Dinger, die so aussehen, als ob erwachsene Menschen Windeln trügen. Fragt sich, ob ich den Verlauf des Beins vom Knie gen Knöchel etwas verschmälere.

Tunnel nähen, Band einziehen

Das hat meine Jogginghose und ich liebe das sehr, weil ich je nach Tagesform die Weite regulieren kann. Aber genau das ist das Problem: noch mehr Jogging-Optik braucht dieses Kleidungsstück nun wirklich nicht.

Breiteres Bündchen annähen

Die Methode bietet eine Vielzahl von Varianten in sich – was mit der Wahl des Bündchens beginnt: der gleiche Stoff wie die Hose? Klassischer Bündchenstoff? Etwas ganz anderes? Dann geht es weiter mit der Wahl von Breite und Weite … am Ende landet meine Vorstellung immer bei der Vorstellung von „Schlafanzug für Kinder“, sodass ich das sein lassen werde.

Einfach weil es mich handwerklich und technisch am meisten interessiert, werde ich das Smoken probieren. Denke ich. Dabei kann ich dann auch noch mal intensiver über die Form der Träger nachdenken.

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4 Gedanken zu “#86:Saumabschluss bei Hosen

  1. Pingback: #88: Fake-Smok-Saum | Bloggen. Leben. Nähen.

  2. Diese Pumphosen mit den gekauften Bündchen sind momentan total populär bei den Selbstnäherinnen, in einer FB-Gruppe ist das fast jedes Dritte Projekt. Ich finde die Idee mit dem Smoken auch besser. Ich würde schauen, dass das gesmokte gut sichtbar ist, also ohne so viel Überhang wie jetzt, gerade genug, dass man sitzen kann ohne dass der Saum den Unterschenkel hochgezogen wird.

  3. Toll, dieser Jumpsuit! Und das Problem bei Hosensäumen kenne ich auch,..einfach absteppen mache ich auch gern, doch bei diesem dünnen Stoff ist das vielleicht nicht so toll. Ich nähe auch gerade eine Burda Hose aus 2/13 und da sollen unten an den Seiten kleine Schlitze rein…bin aber noch unschlüssig und die Anleitung dafür verstehe ich auch nicht so…vielleicht auf einem Probestück mal probieren, wie es aussieht.
    Viele liebe Grüße
    schurrmurr

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