#96: Blogwoche

Sommer in der Stadt. Der Asphalt glüht, wer kann verlässt die schönste Stadt und sucht Luft und Erholung außerhalb der engen Grenzen. Die Fleete beginnen zu stinken, die Menschen werden müder und aggressiver am Tag, in der Nacht drehen sie auf und feiern das Leben. Ich liebe diese Stadt – auch und gerade bei der Hitze.

Was dieser Stadt total fehlt, ist eine lesbare Lokalpresse. Seit Jahren verzichte ich auf die Lektüre. Um wenigstens etwas mitzubekommen, höre ich morgens schlechtes Lokalradio und versuche zu duschen, wenn die Comedy läuft, um anschließend endlich die Nachrichten – pardon die „News“ – zu hören und zumindest annährend über die Themen auf dem Laufenden zu bleiben.

Seit ein paar Wochen entdecke ich eine neue Informationsquelle, die mich so glücklich macht, dass ich ihr einen Teil dieser Blogwoche widme. Lokale Blogs. So so toll sage ich euch! Mein liebstes: HH-Mittendrin. Eigentlich ein Online-Magazin für Hamburg-Mitte. Da die Mitte Hamburgs sehr relativ ist, gibt es viele Themen, die alle Hamburger berühren werden. Das Team wuppt das gesamt Magazin noch neben ihren Lohn-und-Brot-Jobs und ist daher auf die Crowd angewiesen. Spenden sind immer willkommen.

Seitdem die Zeit ihren Hamburg-Teil herausbringt, führt sie Speersort 1, ein Hamburg-Blog. Unaufgeregt, im gewohnten Zeit-Style, die Autoren sind sowohl Zeit-Redakteure als auch freie Blogger. Ein schönes Projekt und eine gelungene Mischung.

Nochmal anders: Elbmelancholie. So vielfältig, so schön, so Hamburg. Die Macher sehen sich als halbes Blog und halbes Magazin – und das treffen sie exakt.

Update 10:02: Nachdem Andreas kommentiert hat, hier eine kleine Ergänzung. Auch elbmelancholie läuft als Projekt neben den eigentlichen Jobs der Macher und auch hier könnt ihr unterstützen, indem ihr spendet oder helft.

Wo wir schon bei heimatlichen Gefühlen sind. Der Herr Buddenbohm urlaubte auch diese Woche noch in Nordostwestfalen. Dabei besuchte er den Potts Park. Dieser Park war das Highlight meiner Kindheit – ich habe ihn als Erwachsene nie wieder betreten weil ich Angst habe, dass der Zauber dann verloren geht. Heute amüsieren sich die Wochenend-Kinder dort, und in zwei oder drei Jahren werden wir mit dem Bewohner meines Bauches dorthin gehen und ich werde bereit sein, meine eigenen Erinnerungen gegen neue Erlebnisse zu tauschen.

Etwas weniger leicht und luftig ist das, was in diesem Land seit ein paar Wochen passiert und das mich sprachlos macht. Die Demonstrationen, auf denen Menschen den Tod anderer Menschen fordern, weil sie Teil einer religiösen Gemeinschaft sind. Eine, die Worte dafür gefunden hat, ist Journelle. „Warum wir nicht vergessen dürfen und warum Hitler-Vergleiche Scheiße sind“ bringt auf den Punkt, rückt zurecht und am Ende bleibt: wir sind Menschen. Können wir aufhören, uns gegenseitig den Tod an den Hals zu wünschen?

Was ich dann noch sagen wollte: Happy Birthday, mein kleiner Blog. Vor etwa einem Jahr habe ich den ersten Post geschrieben. Und dabei das hier gehört:

Danke euch für ein Jahr lesen, kommentieren, begleiten. Ich freue mich, dass ihr da seid und auf das nächste Jahr mit euch.

 

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5 Gedanken zu “#96: Blogwoche

  1. Herzlichen Glückwunsch zum Blog-Geburtstag! Ich habe dich ja erst vor einiger Zeit entdeckt, dachte aber immer irgendwie, dass du schon viel länger bloggen würdest!
    Viele Grüße, Goldengelchen

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