#123: In Hamburg sagt man Tschüß.

Elternzeit. Ankommen in dem neuen Leben. Um es dann einmal auf den Kopf zu stellen. „Weltreise“, so nehme ich an, wird es den ersten Lesern nun in den Kopf schießen. Weil einige Eltern das in der gemeinsamen Zeit machen und das häufig in den Medien so dargestellt wird, als würde man das jetzt so tun. Nein, nein auf eine Weltreise gehen wir nicht. Wir nehmen nicht mal gemeinsam Elternzeit.

Wir verändern das Leben auf andere, weniger spektakuläre Art und Weise. Wir gehen nach Hause. Aufs Land. (Max Buddenbohm nennt die Region Nordostwestfalen und schrieb vor einiger Zeit über das Modemekka. Oder meinen Kindheitstraum.) In gewisser Weise sind sich meine alte-neue Heimat und Hamburg sehr ähnlich. Wo ein einfaches Geräusch wie Grmpf oder Hm reicht, bedarf es  keiner Worte. Stur ist man an beiden Orten, ebenso traditionsbewusst und vorsichtig. Bloß kein Gewese machen. Vielleicht ist das der Grund, warum ich mich über anderthalb Jahrzehnte so wohl an Alster und Elbe gefühlt habe. Und es noch tue.

Dennoch verläuft das Leben manchmal anders und plötzlich kommt etwas daher, von dem man immer dachte, es sei ein „Nie und nimmer“ und aus dem „Nie und nimmer“ wird eine Option und aus der Option ein Plan und aus dem Plan Realität und dann weiß man, warum Oma immer sagte: „Sag niemals nie“.

Einige „Nie und Nimmer“s waren in den letzten Jahren dabei. Manchmal habe ich sie willkommen heißen können, freudig, nach dem Motto „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?“. Manchmal akzeptierte ich sie eher zögernd, schleichend. Dieser Schritt ist einer der letzteren Sorte. Mit einem deutlich weinenden Auge verbunden. Ebenso wie mit vielen Wünschen und Hoffnungen. Man wird es sehen. Wir werden es testen. Das Landleben. Wenn das nichts für uns ist, sehen wir weiter. Ergebnisoffen. Alles weitere wird sich finden.

Bloß kein Gewese. Lieber Heidi Kabel:

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