Planbar nähen. Heute: ich brauche ein Obendrüber.

Ist das nicht ein zauberhaftes Wetter derzeit? Ich liebe, liebe, liebe den Spätsommer. In diesem Jahr wird er für mich begleitet von einem strukturierten Planen des Nähen für die kommenden Monate. Da ich wenig Zeit für mein liebstes Hobby habe, versuche ich diese effizient zu nutzen. Seit einigen Abenden stöbere ich durch das Internet, notiere mir, welche Schnitte ich nähen möchte und suche passende Stoffe dazu, Das macht wirklich Spaß! Seitdem ich akzeptiert habe, dass man beim Nähen nur den kleinsten Teil der aufgewendeten Zeit an der Maschine verbringt, kann ich auch die Dinge rundherum genießen. Recherchieren, einkaufen, zuschneiden etc.

Seit einiger Zeit führe ich ein kleines Notizheft. In dieses schreibe ich mir ganz einfach alle Schnitte samt Quelle und Stoffverbrauch rein, die mir gefallen. Das hat zwei Vorteile: wenn ich meine, ein Kleidungsstück zu brauchen, kann ich dort nachsehen, was ich mir dafür früher schon mal ausgedacht habe. Und es kommt keine Näh-Uninspiration auf, weil da ich diese Liste im Leben nicht abarbeiten kann. Natürlich kann ich meine Meinung ändern und mich überhaupt nicht an meine Planungen halten aber die letzten Monate zeigen, dass mich diese Art der wirklich umaufwändigen Planung voran bringt und mir schöne, neue Kleidungsstücke im Schrank beschert.

Zudem mache ich mir auf diese Weise immer mal wieder Gedanken darüber, was ich konkret brauche und trage(n mag), statt einfach drauf los zu nähen und dann enttäuscht zu sein, wenn das Kleidungsstück nicht zu mir oder dem Rest meiner Kleidung passt.

In den letzten Tage wurde durch diese Vorbereitungen deutlich, dass ich dringend ein Kleidungsstück benötige, das sich in meinem Schrank noch gar nicht findet. Coatigan nennt man es, glaube ich. Also ein Obendrüber, das eine Mischung aus Strickjacke, Sweater und Cardigan darstellt und etwas länger ist, fast schon ein Mantel. Trend war circa vor zwei Jahren denke ich. Ob er Taschen haben darf, weiß ich noch nicht, auch wenn Taschen praktisch sind, habe ich als Mutter gelernt, dass sich in meinen Taschen vor allem die Schätze des Kindes sammeln. Steine etwa. Oder Taschentücher, die nicht meine sind. Kram halt der weder gesund noch gebraucht wird. Also eher ohne Taschen denke ich.

Die Schnitte, die ich für einen solchen Mantel/Coatigan/Jackendings im Auge habe:

La Maison Victor vom Herbst 2014, Jacke Chloe (wie kann die Mac-Tastatur diese zwei Punkte über den e machen?):

Insbesondere in die Ärmellänge habe ich mich verliebt. Sehr lässig, allerdings ist fraglich, ob der Schnitt aus dünnerem Material auch wirkt.

Schick ist auch dieses Modell aus einer älteren LMV, ich glaube Herbst 2015 war das:

Der Schnitt sieht aus dünnerem Material als Mantelstoff ganz sicher gut aus. Allerdings bin ich keine Freundin des Schalkragens. Getragen hängt der nämlich meist unschön runter und sieht lappig aus, statt wie auf dem Bild an Ort und Stelle zu verweilen.

Sehr gut finde ich Frau Ava von Hedi näht. Den habe ich mir in wirklich vielen Varianten im Netz angesehen und überlege seit dem Erscheinen, ob ich ihn haben muss:

Screenshot aus Heidis Shop

Angeschnittene Ärmel gehen ja immer für mich. Die leichte O-Form finde ich auch prima, vor allem da ich einige Kleider im Schrank habe, zu denen das gut aussehen könnte.

Hier hält mich u.a. Ninas Hinweis, dass in jedem Fall abgepaust werden muss, davon ab, sofort loszulegen. Denn bei aller Liebe zur Nähvorbereitung werden das Abpausen und ich keine Freunde mehr. Zudem traue ich mich nicht so recht, nachdem ich mit dem Rock Frau Tilda aus Ninas Feder leider Schiffbruch erlitten habe (proportionale Vollkatastrophe). Sich zum zweiten Mal einer potentiellen Enttäuschung zu stellen, hat ja immer auch ein bisschen was masochistisches, sodass ich immer seeeeehr lange überlege, ob ich da Lust drauf habe.

Auch nach Stoffen habe ich schon recherchiert. Irgendwie springt mich alles Senfgelbe an. Hatte ich ja früher schon mal. Scheint aber noch nicht ausgelebt zu sein.

Dieser Wollstrick ist toll – hier werde ich mal eine Stoffprobe bestellen, denn der hohe Polyanteil kann ihn auch zu einer kratzigen und statischen Katastrophe werden lassen. Aber Struktur und Farbe finde ich toll.

Vielleicht doch mal ein Walkloden? Das ist eine der Stoffarten, die ich mir an mir gar nicht vorstellen kann, aber die ich spannend finde, vor allem, weil sie so häufig zu unrecht in eine Ecke gestellt werden, in der sie nichts zu suchen haben. Bunte Bastelmutti sag ich nur.

Um diesen Sweat drehe ich auch schon seit einer Weile meine Kreise. Auf so großer Mantelfläche ist er mir aber vermutlich doch zu infantil.

Diesen Jersey finde ich spannend. Ich habe im Stoffladen einen ähnlichen Sweat von Swafing gesehen, der mich sehr begeistert hat. Allerdings bin ich selten bereit, 24 Euro für einen Meter Sweat auszugeben. So versuche ich immer, eine günstigere Alternative zu finden. Und hier schwanke ich auch etwas, ob das nicht am Ende allzu sehr nach Bastelmutti aussehen wird.

Schön und auch auf großer Fläche angenehm anzusehen finde ich diesen Jacquard. Da kann ich allerdings nur den Stand so schlecht einschätzen, sodass ich nicht genau weiß, oben er sich für ein solches Projekt eignen würde. Und günstig ist er auch nicht gerade.

Überhaupt fühlt es sich seit einiger Zeit so an, als ob die Stoffpreise explodieren würden. Und zwar nicht zwingend proportional zur Qualität. Ich habe schon Markenjerseys und -sweats zu horrenden Preisen vernäht, die nach drei Wäschen fürchterlich aussahen. So fällt es mir recht schwer, sehr viel Geld zu investieren. Zumal ein Kleidungsstück, das 2,50 Meter oder mehr Stoff braucht dann schon an reinen Materialkosten das übersteigt, was ich im Laden dafür ausgegeben hätte. Geht das nur mir so? Bin ich zu geizig bei Stoff?

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5 Gedanken zu “Planbar nähen. Heute: ich brauche ein Obendrüber.

  1. Pingback: Me Made Mittwoch mit Frau Ava | Bloggen. Leben. Nähen.

  2. Ich denke gerade beim Nähen nach Plan kommen dann doch eher Stücke heraus, die man wirklich braucht, die einem gut gefallen und die so gut zu einem und den vorhandenen Kleiderschrank passen, dass sich die Investition auszahlt. Und dann noch der Faktor, dass es ein an dich angepasstes Einzelstück ist. So zumindest rede ich mir das ein. 😉
    Ich habe mal wo gelesen, dass man beim Nähen nur Geld sparen kann, wenn man sonst die Sachen bei Chanel kaufen würde. Da ist vielleicht was dran.

  3. Hallo, die Jacke Chloe lässt sich bestimmt super nähen, in einem anderen Heft gab es die Jacke Mona, aber eher kurz…ist im Herbst mein Lieblingsteil. Die mache ich nochmal…oder probiere auch die Chloe…habe noch roten Wollstoff.
    LG schurrmurr

    • Ja die kurze gefiel mir auch sehr, aber ich stelle fest, dass ich zu oft gebückt hinterm Kind herrenne sodass kurz irgendwie gerade nicht in mein Leben passt. Aber so schön aussieht.

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