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Planbar nähen. Heute: ich brauche ein Obendrüber.

Ist das nicht ein zauberhaftes Wetter derzeit? Ich liebe, liebe, liebe den Spätsommer. In diesem Jahr wird er für mich begleitet von einem strukturierten Planen des Nähen für die kommenden Monate. Da ich wenig Zeit für mein liebstes Hobby habe, versuche ich diese effizient zu nutzen. Seit einigen Abenden stöbere ich durch das Internet, notiere mir, welche Schnitte ich nähen möchte und suche passende Stoffe dazu, Das macht wirklich Spaß! Seitdem ich akzeptiert habe, dass man beim Nähen nur den kleinsten Teil der aufgewendeten Zeit an der Maschine verbringt, kann ich auch die Dinge rundherum genießen. Recherchieren, einkaufen, zuschneiden etc.

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#127: Stilwechsel.

Die Zeit der Webstoffkleider und -röcke ist für mich vorbei. Vorerst.

Es hat ja nur anderthalb Jahre gedauert, bis ich es eingesehen habe und aufschreiben kann. Laut gesagt habe ich den Satz allerdings noch nicht. Es ist so: etwa anderthalb Meter meines Kleiderschranks füllen meine Kleider und Röcke. Getragen habe ich davon in den letzten 18 Monaten: Null. Muss man nun also anderthalb wertvolle Schrankmeter weiterhin mit Kleidung belegen, die zum derzeitigen Leben nicht passt? Nein, denke ich und werde zwei, drei der vielen Umzugskartons auf unserem Dachboden damit füllen. Um Platz zu machen für etwas Neues.

Etwas Neues, das zu meinem heutigen Ich passt. Dass Breiflecken verzeiht. Dass Patschehände, die eben noch im Dreck gewühlt haben, verträgt. Etwas, in dem ich in die Hocke gehen kann, ohne dass es mich einengt, etwas in dem ich spontan einen Sprint einlegen kann, das spontan einsetzenden Regen eine Fußstunde von zu Hause entfernt aushält, etwas das geklettert und geschmust werden kann, auch wenn der kleine Mund noch voller Apfelmus klebt. Etwas in dem ich mich nach mir fühle und mir nicht verkleidet vorkomme. Etwas, das passt. Etwas, das akzeptiert, dass hier noch einige Kilos mehr sind, als vor der Schwangerschaft. Etwas, das akzeptiert, dass mein Körper anders fühlt und anders ist, dass mir hilft, diese Veränderung anzunehmen. Etwas das der ländliche Einzelhandel nicht im Angebot hat, etwas mit Stil obwohl es auf die Mutti-Uniform hinaus läuft.

Was kann das sein? Auf meinem Inspirationsstreifzug durch das Internet bin ich bei der Frau gestartet, deren Stil ich sehr, sehr liebe. Die so authentisch wie kaum eine andere in ihrer Kleidung ist und die aus Notwendigkeiten eine Tugend machen kann. Sinje. Linden-Sweater, schwarze Jeans, Ballerinas. Origami-Rock, Shirt, Sneaker. Mal ein Hauch Grau. Sporty Fashionista. I <3. Meine erste Idee: ein Sweater muss her – nein nicht so etwas mit kreisrunden Taschen und Applikationen und aus Kinderstoff, eher etwas locker geschnittenes, Raglan, schlicht, passend zu meiner grauen Lieblingsjeans, evt vorn kürzer als hinten.

Linden ist schon toll.

Sehr cool auch Fraser von Sewaholic – wobei mir hier die Armschnittführung nicht so richtig gefällt, es könnte sein, dass das ein Schwitzklemmer wird.

Auf meiner Recherchereise bin ich in neue Gefilde vorgedrungen. Deutsche Schnittmusterdesignerinnen, die vornehmlich Jersey oder Sweat verarbeiten. Alice von Prülla finde ich überraschend großartig. Allerdings hat meine Beispielsuche ergeben, dass es häufig nicht ganz so hübsch sitzt wie an der Designerin selbst. Einen Versuch mit dünnem Seat könnte es wert sein.

Viel gelobt wurde im Netz immer wieder dieses hier:

Ich hänge ein bisschen – evt ist mir das schon einen Hauch zu … pfiffig. Zu nah an kreisrunden Taschen und Kinderstoff. Vielleicht bin ich aber auch phantasielos.

Ich werde mal etwas rumprobieren. Ein bisschen Stoff bestellen und vorsichtig ausprobieren, wohin es mich zieht. Was ich nicht ganz lassen möchte sind ein Herbst und Winter in Rock/Kleid und Stiefeln. Dafür muss schon mal eine Leggings her. Roxie aus der ersten La-Maison-Ausgabe könnte einen Versuch wert sein. Und dann ein Origami-Rock dazu? Ich habe einen, den ich so geliebt habe, dass er auseinander fällt und kann mir trotzdem nicht vorstellen, noch einen zu nähen. Trägt am ohnehin geschundenen Bauch sehr auf. Habt ihr eine Idee für einen bequemen und komfortablen Rockschnitt, der Babyalltag und Homeoffice mitmacht?

Und die Kleider? Ich bin fest entschlossen, gegen meine Jerseykleid-Aversion, die mir aus der Schwangerschaft geblieben ist, anzugehen. Eventuell muss ich mal eine andere Form ausprobieren. Moneta von Colette Patterns etwa.   Besser noch Davie von Sewaholic:

Wobei ich mich sehr in das Ariel-Kleid (leider online nicht auffindbar) aus der aktuellen La Maison verliebt habe – vielleicht doch ein Webstoff, aber mit Stretch? Bliebe aber die Herausforderung, dass Strumpfhosen nun wirklich gar nicht babytauglich sind.

Farblich bin ich bei Sinje: grau, schwarz. Ich ergänze dann noch mit blau und ein paar Aqua-Tönen. Etwas pink eventuell.

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#102: Neuentdeckung im Zeitschriftenregal: La Maison Victor

Heute Morgen hatte ich zehn Minuten Zeit, die ich mir in einem Kiosk vertreiben konnte. Ein Bahnhofskiosk mit einer großen Auswahl an Zeitschriften. Auch und gerade solche, die mein Nähnerd-Herz höher schlagen ließen. In Minute acht meines Aufenthalts entdeckte ich „La Maison Victor“ – es stand „neu“ drauf, ein Garant für meine Aufmerksamkeit, und nach einem kurzen Blick ins Innere durfte das Magazin für 7,95 Euro mit.

Das Cover

Das Cover

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